Aldo Buzzi

Man nehme, so man hat

Von Küchen und Köchen, Genießern und Banausen
Cover: Man nehme, so man hat
Edition Epoca, Zürich 2005
ISBN 9783905513356
Gebunden, 159 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Bettina Kienlechner. Man nehme, so man hat ist vordergründig ein Buch über Küchen und Köche, das mit ungeheurer Kunstfertigkeit Rezepte und Essgewohnheiten rezipiert. Aldo Buzzis Texte sind verwoben mit Betrachtungen über Literatur, Kunst und Kultur. Wer mehr über Zürcher Geschnetzeltes, Arme Ritter und Gnocchi alla tedesca wissen will, soll dieses Buch zur Hand nehmen und wird so ganz nebenbei in den Geschmacks- und Kulturreichtum des alten Kontinents eingeführt. Aldo Buzzi ist in Italien als Übersetzer von Thomas Mann, Walter Benjamin, James Joyce und anderen wohlbekannt. Seine eigenen vier Bücher hat er im Laufe der Jahrzehnte immer wieder umgeschrieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.12.2005

Rezensent Ijoma Mangold ist sehr beeindruckt von den Schriften des Italieners Aldo Buzzi, die er als gastrosophisch bezeichnet - und die in seinen Augen eine echte Ausnahmeerscheinung des Genres sind. Das liegt nach Mangolds Meinung vor allem daran, dass "bei ihm das Hohe und das Niedrige, das Derbe und das Feine überraschende Verbindungen eingehen". Zum Beispiel haben Buzzis Anekdoten und Anmerkungen einen Subtext, der andeutet, dass er ein Phänomen wie der Völlerei nicht pikiert ablehnt, sondern durchaus einen interessante Dimension darin sieht: "Dass das Nahrungsbedürfnis den Menschen animalisiert, ist für ihn keineswegs verächtlich." Trotzdem kommt bei ihm auch die "rigorose Raffinesse" nicht zu kurz. Kurzum: nach Mangolds Meinung ist das ein Buch, in dem "das Essen auf unaufdringliche Weise zur Metapher des Lebens verabsolutiert wird".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2005

Jürgen Dollase war misstrauisch: noch so ein mit Zitaten aufgeblasenes kulturhistorisches Sammelsurium, das hübsch angerichtet ist, aber fade schmeckt? Doch nein: Obgleich hier ein bildungsgesättigter Schriftsteller über das Kochen schreibt, kommt ein "kurzweiliges Panorama um Essen und Esskultur" heraus. Aldo Buzzi ist "bisweilen ziemlich weise", aber immer noch hungrig, und so ist sein Buch trotz kulturellem Überbau appetitlich konkret. Ein echter Gourmet, der, so Dollase, der "erstaunlich differenziert über die Gartechnik von Huhn an offenem Feuer äußert". Dazu gibt's Zivilisationskritik ("Geschmackverlust" wird in allen Bereichen des Lebens diagnostiziert) und Rezepte. Fazit: ein Buch, "das in vielen Facetten ungewohnte kulinarische Substanz erreicht".
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