Airen

I am Airen Man

Roman
Cover: I am Airen Man
Blumenbar Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783936738858
Gebunden, 172 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Der Roman erzählt auf ungewöhnlich authentische Weise von einem Leben, das sich aus rauschhaften und erotischen Exzessen speist. Hauptschauplätze sind Mexiko City und Berlin. Der Erzähler lernt im Verlauf ein Mädchen namens Lily kennen, mit der er ein neues Leben beginnen will, ohne sein altes hinter sich zu lassen. Es ist eine moderne Dichterexistenz, in der Leben und Tod, Erleben und Schreiben eng miteinander verwoben sind. Der Sound von Airen ist unmittelbar, drastisch, poetisch und neu.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.04.2010

Nina Apin bespricht das zweite Buch des Bloggers Airen ganz schön wohlwollend. Sie klärt uns über den Titel auf (Anspielung auf einen Black-Sabbath-Song), versucht sich in einer psychologischen Erklärung in Sachen Airen/Hegemann und attestiert dem Text Gonzo-Momente a la Hunter Thompson. Allerdings macht sie auch unmissverständlich klar, dass der Autor einen einigermaßen reifen Sprachduktus und eine abwechslungsreiche Handlung vermissen lässt, und es ihm sowohl an interkultureller Erfahrung (immerhin spielt die Geschichte um einen Technojünger auf Läuterungstour ja in Mexico-City), als auch an Reflexionstiefe mangelt. So, vermutet Apin, wird das nichts mit der Schriftstellerkarriere. Das Buch sei eben doch im Wesentlichen ein Erfahrungssteinbruch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2010

Wenn er sich richtig anstrengt, findet Oliver Jungen das Buch immerhin "nett-lustig". Allerdings gibt sich Jungen eher wenig Mühe. Das Buch nennt er "Blogausdruck" oder eben: die "verdiente Strafe für den Hegemann-Hype". Das ist nicht nett, scheint aber gerecht. Was Jungen uns über Airens Text mitteilt, gibt nämlich kaum Anlass zu mehr Freundlichkeit. Die Geschichte um einen vitalen Technojünger, der erst nach Mexiko ausbricht und dann seine Rettung im "Babyrausch" findet, deutet Jungen als "Coming of Age"-Story der unteren Güteklasse. Stilistisch schnoddrig, parataktisch und, wen wundert's, weitgehend ohne theoretisches Programm.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2010

Rezensent Christopher Schmidt widmet sich in seiner Rezension ausführlich dem Umstand, dass der Autor Airen seinen gegenwärtigen Ruhm vor allem der Aufregung um Jungautorin Helene Hegemann, die sich für ihren Debütroman "Axolotl Roadkill" aus seinem Blog ein wenig bedient haben soll. Nicht ausschließen kann er, dass dieser zweite Roman von Airen überhaupt nur aufgrund dieser Plagiatsgeschichte entstanden ist. Neben der erwartbaren Dramaturgie - der Protagonist "muss sich erst verlieren, um sich zu finden" - und den sich an dieses Erzählgerüst anlehnenden "ranzigen Pathosformeln der Pop-Rebellion" hat das Buch aber zur Freude des Rezensenten durchaus einiges an Frischem und Unerwartetem zu bieten, meint Schmidt: Aus dem " unbehauenen Sound der Szene leuchten unverhofft scharf geschliffene Beobachtungssplitter hervor". Da ist es für den Rezensenten fast zweitrangig, dass die Hauptfigur kaum Eigenes vorzuweisen hat und "mehr Typus als Individuum" ist.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.04.2010

Der durch die Plagiatsdebatte um Helene Hegemann entstandene Hype um Blogger Airen ist berechtigt, findet Andrea Hünniger. Denn aus ihrer Sicht ist auf diese Weise tatsächlich ein besonderer Autor entdeckt worden. Airen und sein "unsentimentaler schneller Ton" erinnert die Kritikerin an Jörg Fauser oder Rolf Dieter Brinkmann, aber auch an die Wiederentdeckung des Kaputten, die man in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts betrieben habe. Zuallererst sei das Buch natürlich ein fantastischer Blog, weil das Ich für diesen Text so entscheidend ist - und dessen Blick auf die Welt. Aber es ist, so die Kritikerin, auch Literatur, weil das Ich eines Tages müde vom Sich-Selber-Zuschauen geworden ist. Das ist dann in der Mitte manchmal etwas langweilig, lesen wir. Aber so ist das anscheinend mit der Literatur.