György Ligeti

György Ligeti, geboren 28. Mai 1923 im Dicsoszenmarton (Siebenbürgen, Rumänien), ging in Klausenburg zur Schule, studierte 1941-43 Komposition bei Ferenc Farkas am Klausenburger Konservatorium und 1945-49 bei Sandor Veress und Ferenc Farkas an der "Franz Liszt" Musikhochschule in Budapest. 1950-56 war er Dozent für Harmonielehre und Kontrapunkt an der selben Musikhochschule. Er floh aus Ungarn Ende 1956 und war 1957-59 freier Mitarbeiter im Studio für Elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks in Köln. 1959 ließ er sich in Wien nieder und ist seit 1967 österreichischer Staatsbürger. In den sechziger Jahren war Ligeti alljährlich Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen und Gastprofessor an der Stockholmer Musikhochschule. 1969-70 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin und 1972 "composer in residence" an der Stanford University, Kalifornien. Von 1973 bis 1989 unterrichtete er Komposition an der Hamburger Musikhochschule; er lebt abwechselnd in Hamburg und Wien.
Mit seinen Orchesterstücken Apparitions (1958-59) und Atmopheres (1961) hat Ligeti einen neuen musikalischen Stil entwickelt, gekennzeichnet durch eine überdichte Polyphonie ("Mikropolyphonie") und statische Formabläufe. Seine wesentlichen Werke der sechziger Jahre sind das Requiem (1963-65), Lux aeterna (1966), Continuum (1968), das 2. Streichquartett (1968) und das Kammerkonzert (1969 - 70). Im Laufe der siebziger Jahre schrieb er Melodien (1971) und die Oper Le Grand Macabre (1974-77). Schließlich entwickelte er eine komplexe polyrhytmische Kompositionstechnik, auf der seine Werke der achtziger und neunziger Jahre beruhen, vor allem das Trio für Violine, Horn und Klavier (1982), die Etüden für Klavier (1985-1993), das Klavierkonzert (1985-88), das Violinkonzert (1990-29) und die Nonsense Madrigals (1988-93).

György Ligeti: György Ligeti: Gesammelte Schriften. 2 Bände

Cover: György Ligeti. György Ligeti: Gesammelte Schriften - 2 Bände. Schott Verlag, Mainz, 2007.
Schott Verlag, Basel - Mainz 2007
Mit Abbildungen und Notenbeispielen. Herausgegeben von Monika Lichtenfeld. Mit den Schriften György Ligetis legt die Paul Sacher Stiftung die erste umfangreiche Textedition dieses herausragenden Komponisten…

György Ligeti/Eckhard Roelcke: Träumen Sie in Farbe?. György Ligeti im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Cover: György Ligeti / Eckhard Roelcke. Träumen Sie in Farbe? - György Ligeti im Gespräch mit Eckhard Roelcke. Zsolnay Verlag, Wien, 2003.
Zsolnay Verlag, Wien 2003
Kurz vor seinem 80. Geburtstag am 28. Mai 2003, zwischen Komponieren und Proben, erzählt der vielfach ausgezeichnete Komponist György Ligeti, der immer auch ein politischer Kopf war, dem Musikwissenschaftler…