Stichwort

Westen

3 Presseschau-Absätze
9punkt 07.07.2017 […] Begriffs "Westen" durch Donald Trump rassistisch? Peter Beinart bezieht sich in Atlantic auf den häufigen Gebrauch des Begriffs durch Trump in seiner Rede Warschau und meint ja - und gibt eine Definition des Westens, die einen schlucken lässt: der Westen sei kein geografischer Begriff, da etwa Marokko weiter westlich liege als Polen und dennoch nicht zum Westen gezählt werde. Der Westen sei aber auch […] westlich? Mag sein. Die meisten seiner Bewohner sind Christen, aber nach US-Standards sind sie nicht weiß." Aha. Der "Westen" wird also "nach US-Standards" von "Rasse" definiert. Beinart bezieht sich vor allem auf Trumps Satz "The fundamental question of our time is whether the West has the will to survive.", den er den schlimmsten Satz nennt, den je ein amerikanischer Präsident im Ausland gesagt habe […] auch kein ideologischer oder wirtschaftlicher Begriff, denn Japan und Indien seien Demokratien, würden aber nicht zum Westen gezählt. In Wirklichkeit sei der Begriff "ein ethnischer (im Original: rassisch, d.Red.) und religiöser Begriff. Um als westlich angesehen zu werden, muss ein Land weithin christlich (am besten protestantisch oder katholisch) und weithin weiß sein. Wo es Unklarheiten über die […]
Magazinrundschau 21.11.2016 […] anderen mitteleuropäischen Staaten zum "Westen" gehören, mit dem für ihn auch die Fähigkeit verbunden ist, immer wieder kritische (Selbst)Bilder zu entwerfen. "Die Integration in bestimmte Strukturen ist nicht sogleich die Integration in 'gemeinsames Wahrnehmen und Fühlen'. Einer der Hauptgründe, weshalb wir keine Klubmitglieder im tieferen Fühlen des Westens sind, ist eine enttäuschte Erwartung: Statt […] postkommunistischen Länder die Rolle der sklavischen Nachahmer. Es ist paradox, aber am ehesten 'gehörten wir zum Westen' in den sechziger Jahren, als wir zwar Teil des sozialistischen Blocks waren, doch diverse Neue Wellen in Film und Literatur als Beitrag zum 'goldenen Schatz des Westens' wahrgenommen wurden. (…) Im Jahr 1956 schrieb der (tschechische, im Exil lebende Journalist) Ferdinand Peroutka […] dieser Massenvertreibung und der Art, wie sie durchgeführt wurde, zum ersten Mal in ihrer modernen Geschichte vom moralischen Fühlen des Westens entfernt hat.'" - "Heute", so Bělohradský weiter, "entfernt sich ganz Mitteleuropa erneut vom moralischen Fühlen des Westens. Grund dafür sind die egoistische antieuropäische Reaktion auf die Flüchtlingskrise und die Einführung der 'nichtliberalen Demokratie' […]