Stichwort

Stadtmauer

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Leseprobe zu Amitav Ghosh: Der rauchblaue Fluss. Teil 1

Vorgeblättert 12.11.2012 […] Stunden, an der Stadtmauer entlang zu dem Turm zu gehen, und ich bin fest entschlossen, diese Wanderung zu unternehmen, sonst bekomme ich nichts von der Zitadelle zu sehen. Ausländern ist es streng verboten, durch eines der Stadttore zu gehen - und gerade deshalb möchte man unbedingt hinein! Nun ja … es gibt auch so mehr als genug zu sehen und zu malen, denn rings um die Stadtmauern liegen zahlreiche […] unendlich hoch. Sie sehen aus wie gigantische, in die chinesische Erde gerammte Lanzen und erheben sich hoch über die Faktoreidächer, als müssten sie ganz sichergehen, dass die Mandarine innerhalb der Stadtmauern sie auch wirklich sehen. Wie Du Dir denken kannst, habe ich schon auf der Fähre überlegt, wie ich diese Szene malen könnte. Ich habe natürlich noch nicht angefangen, aber ich weiß, es wird eine große […]

Leseprobe zu Rodney Bolt: Lorenzo Da Ponte. Teil 2

Vorgeblättert 10.10.2011 […] Vertrautheit mit dieser Sprache engte die Möglichkeiten ein, sich als Hauslehrer zu betätigen. Lorenzo lebte jedoch auf großem Fuße in der vornehmen Inneren Stadt. Das grüne Glacis jenseits der Stadtmauer bedeutete mehr als nur eine topographische Lücke zwischen der Altstadt und den Vorstädten. Der Adel und die Hofbeamten besaßen allesamt Palais im Zentrum, die Handwerker, die ihren Bedürfnissen zu […] standen, wohnten in ihrer Nähe, und die Bürger mittlerer Güte warf man hinaus über die Mauern. Da Ponte sah: Wenn man irgendwelches gesellschaftliche Gewicht haben wollte, musste man innerhalb der Stadtmauern wohnen. Und für einen Dichter, der auf Schirmherren stoßen wollte, gab es dazu einfach keine Alternative. Lorenzo hatte den Wert des äußeren Erscheinungsbilds gelernt. Selbst in seinen ärmsten Tagen […] Da Ponte versetzte sich in dieses Reich, und nach weniger als einem Jahr ging ihm in Ermangelung eines zusätzlichen Einkommens das Geld aus. Sparmaßnahmen bedeuteten Umzug. Selbst innerhalb der Stadtmauern konnte Lorenzo, wenn er Glück hatte, für etwa 40 Gulden ein zellenartiges Zimmer finden, "worin ein Bett, ein wackelndes Tischchen und ein paar veraltete Stühle" standen und aus dem die Aussicht […]