Stichwort

Spex

9 Presseschau-Absätze
Efeu 01.02.2019 […] "Fickt das System", schallt es aus Dennis Pohls ersten Editorial der seit heute online wiedergeborenen Spex. Gemeint ist das System des Online-Musikjournalismus, in dem nurmehr schnelle Reize und einfache Zuspitzung für Umsatz sorgen. Pohl verspricht: "Wir wollen hier weiterhin auf das setzen, wofür Spex unserer Meinung nach steht: Tiefgang, Reflexion und Raum für die wildesten Ideen unserer Autor_innen […] ein wenig mehr Zeit mit einem Long Read verbringen können. Und wer weiß, vielleicht können wir mit Ihrer Hilfe sogar ein Exempel statuieren." Im Kommentar zur Lage der Popkritik trifft Tom Holert den Spex-Sound von früher jedenfalls schon mal ganz gut: "Pop-Musikkritik ist wohl dann am wirksamsten, wenn es ihr gelingt, Teil einer sozialen Praxis und kulturellen Produktion zu sein, die sich den kapit […]
Magazinrundschau 01.01.2019 […] Lehrerinnen, die bei Bedarf durchaus auch mit einem schlafen wollen. Es fällt mir heute schwer, das alles nicht als Einübung von Missbrauchsbereitschaft zu verstehen." Und Harun Maye beerdigt mit der Spex und den Printausgaben von New Musical Express, Intro, De:Bug, Neon und jetzt eigentlich auch gleich die Popkultur: "Sobald sich Nonkonformität und Dissidenz finanziell auszahlen, erzeugen sie kein […] Osbourne und andere einst gefeiert haben, zum Idol der Kulturindustrie und des Mainstream geworden. Alternative Lebensmodelle, Nonkonformität und Dissidenz waren plötzlich mehrheitsfähig. Die ehemaligen Spex-Redakteure Tom Holert und Mark Terkessidis haben diese Entwicklung auf den Begriff 'Mainstream der Minderheiten' gebracht: 'Wo sich Dissidenz einmal des Konsums bediente, so bediente sich nun der Konsum […]
Efeu 03.12.2018 […] Chefredakteur der Spex, einige Missverständnisse gerade, die in den Nachrufen auf die einst tonangebende Musikzeitschrift laut wurden: Den Befund, dass in Zeiten des Internets der obsessive Musiknerd seine Funktion als Gatekeeper verloren habe, findet er nicht wirklich schlagend. Niemand habe die Spex gekauft, um sich über die Neuerscheinungen zu informieren: Vielmehr "wurde in Spex gelebt, intensiver […] umfangreichen Veröffentlichungen eine Art Rückschau auf ihr Werk hält. In der Jungle World berichtet Robert Henschel vom Überjazz-Festival, wo unter anderem Pharoah Sanders aufgetreten ist. Für die Spex spricht Franziska Kreuzpaintner mit Colin Self. Florentin Schumacher porträtiert in der FAS den Rapper Kelvyn Colt. In der Austropop-Reihe des Standard erinnert Karl Fluch an Peter Cornelius. Für Pitchfork […]
Efeu 17.10.2018 […] Aggressiven, den atonalen Brandstifter, den schwelgenden Balladenträumer, den grinsenden Tapdancer, den rasenden Bebopflitzer, den störrischen Akkordstanzer, den Jongleur des Banalen." Eine Hörprobe: Der Spex-Schock (siehe Efeu von gestern) hält an: Der Tod der einst den Ton angebenden Zeitschrift macht dieses Jahr endgültig zum annus horribilis, klagt Julian Weber in der taz: Fortan gebe es "keine unabhängige […] Rundumüberblick zu visionärer neuer Musik und talentierten KünstlerInnen geben können", auch wenn es, wie Weber einräumt, verstreut weiterhin guten Popjournalismus gibt. "Was jedoch mit dem Ende von Spex aufhört, ist automatische Meinungsführerschaft beim Setzen von Hot Topics. Das wird in Zukunft unübersichtlicher werden, und es macht das Eintreten für die Sache des Pop nicht leichter." Klaus Raab […]
Efeu 16.10.2018 […] 2018 nochmals verschärft hat." Auf ZeitOnline zeigt sich Georg Seeßlen, selbst Spex-Autor, sehr betrübt darüber: Mit der Spex gehe gerade wegen der Bindung ziwschen Medium und Lesepublikum etwas sehr Besonderes verloren. "Die Spex war das ideale Medium für das, was den 'Essay' im Innersten ausmacht: offen, persönlich, neugierig und wagemutig. Klar, war das auch schon der nächste Spagat: Popleitmedium […] Musikmagazine Spex und Groove? Schuld hat vor allem der Wegfall der Werbeanzeigen, so Jan Kedves in der SZ. Der Niedergang der Popmagazine liege aber vor allem auch daran, "dass der Informationsvorsprung, aus dem Magazinredaktionen lange einen Großteil ihrer Autorität zogen, zunehmend schwand. Über ein neues Album weiß seit dem digitalen Wandel die ganze Welt zeitgleich Bescheid. Im Falle von Spex ließe sich […] Das Popfeuilleton in Schockstarre: Die Spex wird Ende des Jahres eingestellt, wie Chefredakteur Daniel Gerhardt gestern in einem Editorial mitteilte. Die Gründe? "Der Anzeigenmarkt befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Immer mehr Unternehmen ziehen sich vollständig aus dem Printgeschäft zurück und investieren ihre Marketinggelder stattdessen vermehrt in Social-Media-Werbung - ein Trend, der sich 2018 […]