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Egon Schiele

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Das unrettbare Ich und sein Erlöser

Vom Nachttisch geräumt 18.12.2017 […] Papierlieferant der Republik Venedig war. Egon Schiele, Liegender Frauenakt mit gespreizten Beinen, 1914, Albertina Wien Aber zurück zu Schiele. Gemma Blackshaw, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Plymouth, eine Spezialistin für Schiele und die Kunst der Wiener Moderne, sieht Schiele nicht ganz so unschuldig. Sie schreibt in ihrem Beitrag "Egon Schieles Passion: Geistigkeit und Sexualität […] erverhältnisse hingen und hängen zusammen mit der Frauenbewegung. Egon Schiele, darin besteht sein Reiz bis heute, ist ein sich windendes Symptom dieses Prozesses. Kein freier, kühler Beobachter. Eine Auferstehung des Mannes hat nicht stattgefunden. Das Ich wurde noch immer nicht gerettet, sondern wird weiter zerlegt. Egon Schiele: Sämtliche Gemälde 1909-1918, Taschen Verlag, hrsg. Von Tobias G. Natter […] Eine chinesische Bekannte von mir liebt Egon Schiele. Ich sah sie etwas verwundert an, als sie mir das sagte. Sie studierte damals in Deutschland. Manches von ihm gilt als pornografisch, sagte ich ihr. "Seine Mädchen sind so schön", antwortete sie mir. Für Nachfragen war ich zu schüchtern. Von Februar bis Juni gab es in der Albertina in Wien eine sehr, sehr sehenswerte Ausstellung seiner Werke zu sehen […] Von Arno Widmann

Leseprobe zu Hannelore Cayre: Das Meisterstück. Teil 2

Vorgeblättert 15.07.2008 […] Ein herrliches Bild von Egon Schiele, meinem Lieblingsmaler: eine Jugendliche mit langen roten Haaren, der Rock geschürzt. Sie trägt keinen Schlüpfer. Ihre Beine sind leicht gespreizt, gerade so viel wie nötig, um einen flüchtigen Blick ins Innere ihres Geschlechts zu eröffnen. Ein Gemälde, das mir, seiner Seltenheit wegen, unschätzbar erschien, hatte Schiele doch vor allem Aquarelle und Zeichnungen […] was für Widerlinge und Angeber.« Ich konnte meinen Blick nicht mehr von Schieles Gemälde lösen. Verliebt streichelte ich es mit den Fingerspitzen. »?Moderne Kunst?, das will nicht viel heißen. Egon Schieles Werk war derart avantgardistisch, dass man ihn ins Gefängnis gesteckt hat.« »Im Grunde ist es also modern, wenn man die Kunstwerke nicht mehr von den Rohrleitungen des Museums unterscheiden kann« […]