Stichwort
Nele Pollatschek
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9punkt 26.07.2023 […] Hätte Fabian Wolff als Berliner Lehrer, der er ist, gehandelt, wäre die Aufregung übertrieben, meint in der SZ die jüdische Autorin Nele Pollatschek. Es kommt eben auf die Sprecherposition an und die Vorstellungen, die damit verbunden sind: Wer sich "öffentlich als Jude äußert, besonders im Widerspruch zu gängigen jüdischen Erfahrungen, der muss sich vor Augen halten, was kooperative Leser annehmen und wo man diese Erwartungen ausräumen muss, wenn man nicht täuschen möchte. (…) Wer heute 'als Jude' in Deutschland schreibt, der muss transparent machen, wenn er nicht aus der Sprecherposition schreibt, die jeder kooperative Leser in Deutschland nach 1945 statistisch naheliegend unterstellen wird, und ansonsten ziemlich sicher wissen, dass er diese Sprecherposition auch hat, was kein moralischer Wert, sondern eben eine Expertise für eine bestimmte Erfahrung ist." […]