Stichwort
Sudhir Kakar
13 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 2
9punkt 23.10.2020 […] Indiens Wirtschaftsleistung ist katastrophal, auch die Coronakrise hat Narendra Modi nicht im Griff - und doch halten mehr als 80 Prozent der Inder zu ihrem Premierminister, schreibt der indische Psychologe Sudhir Kakar in der NZZ. Solange ein Führer Visionen hat und auf materiellen Komfort und ein Sexualleben verzichtet, vertrauen ihm die Inder, erklärt Kakar: Die Entsagung des idealen Herrschers, "tyaga" genannt, genießt "großen Respekt in einer Kultur, in der man sich daran gewöhnt hat, dass die Mächtigen in der Regel zuallererst die Interessen ihrer Familie bedienen; in einem Kontext, in dem das Wort 'Nepotismus' als westliche Abstraktion gilt und man, wenn auch vielleicht mit Kopfschütteln, durchaus Verständnis dafür hat, dass ein Politiker fassungslos reagiert, wenn sein Entscheid, den eigenen Sohn auf einen hohen Parteiposten zu befördern, von einem Journalisten infrage gestellt wird: 'Aber wen soll ich denn sonst ernennen? […]
9punkt 17.02.2014 […] Der Psychoanalytiker und Schriftsteller Sudhir Kakar erklärt in der NZZ, dass die Kriminalisierung homosexueller Beziehungen in Indien den traditionellen Auffassungen widerspricht, nach denen Homosexualität eher mit einem Stigma der Defizienz belegt und von "Mitgefühl" begleitet war: "Schwule zählten zu einer Klasse von Männern, die auf Sanskrit 'kliba' genannt wurden; der Begriff stand für eine ganze Reihe unterschiedlicher Defizite: für Sterilität, Impotenz, Kastratentum, für Männer mit verstümmelten oder mangelhaft ausgebildeten Geschlechtsorganen und Hermaphroditen; für Transvestiten, Männer, die oralen oder - als passive Partner - analen Geschlechtsverkehr mit anderen Männern hatten, und schließlich auch für solche, die ausschließlich weibliche Kinder zeugten."
[…]