Stichwort

Kabul

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Das Dilemma der Wirklichkeitsverweigerer

Essay 06.09.2011 […] herunterspielen, schieben die Muslimfeinde ihn beiseite, da ihnen die Fundamentalkritik aller Gläubigen wichtiger ist. Beispiel Iran: Die Tatsache, dass Teheran jeden Keim muslimischer Säkularität in Kabul, Bagdad, Beirut und Damaskus, vom eigenen Land ganz zu schweigen, unterdrückt, ist zweitrangig, liefert sie doch keine Munition im deutschen Richtungsstreit. Folgerichtig wird auch der Umstand ignoriert […] Von Matthias Küntzel

Gegen Terror und Einsamkeit

Essay 04.01.2007 […] Keine Zivilisation hat lange in Reichtum und Frieden überleben können, ohne dass sie das Chaos der umliegenden Welt letzten Endes ereilt hätte. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass Nöte von Kabul Manhattan erschüttern können. Zentrum und Peripherie leben in einer Schicksalsgemeinschaft: Die Welt kennt keine Inseln mehr. Ein paar Dutzend Studenten, die der allgemeinen Verwirrung entkommen, ist […] Von Andre Glucksmann, Raphael Glucksmann

Kitschfrei tränentreibend

Vom Nachttisch geräumt 08.08.2005 […] Kitschfrei tränentreibend Wer in der Buchhandlung zu dem kleinen, sehr schönen Band greift, der unter dem Titel "Der Mann aus Kabul" verspricht, drei Erzählungen von Rabindranath Tagore zu offerieren, der wird getäuscht, aber ganz sicher nicht enttäuscht werden. Es handelt sich in Wahrheit um die Erzählung des bengalischen Nobelpreisträgers "Der Postmeister", um die Titelgeschichte und um die zwei […] Fortsetzung und sich - so hofft der Verlag - die demnächst erscheinende einbändige Ausgabe von Lyrik, Prosa und Dramen Tagores kaufen, in der das Quartett vollständig zu finden sein wird. "Der Mann aus Kabul" ist eine Geschichte, die vom ewigen Thema "Das Mädchen und der Fremde" handelt. Eine wunderbar heikle, doppelbödige Erzählung, bei der wir uns unentwegt bei bösen Gedanken erwischen, die uns doch an […] Sätze heraus wie der letzte der Erzählung "Der Postmeister": "Man kommt zu Bewusstsein und sehnt sich sogleich danach, der nächsten Enttäuschung anheimzufallen." Rabindranath Tagore: "Der Mann aus Kabul. Drei Erzählungen." Ein Lesebuch zu den Gesammelten Werken, Artemis & Winkler, Düsseldorf, Zürich 2005, 64 Seiten, 5 Euro. ISBN 3491904889. Monologe Der Cheftheoretiker des kommunikativen Handelns […] Von Arno Widmann

Vorgeblättert

Vorgeblättert 03.03.2005 […] er. Noch am Tag der Eroberung Ghaznis wurde er zum Generalmajor befördert und war nun neben Keane der zweithöchste Offizier auf dem Weg nach Kabul. Die Armee von Dhost Mohammed zerstreute sich nach dieser Niederlage in alle Winde, am 6. August fiel kampflos Kabul. Die "Army of the Indus" hatte einen glänzenden Sieg errungen, jedenfalls sah es ein knappes Jahr lang so aus. Der den Briten gewogene Stammesfürst […] gegenseitig umzubringen. Die Briten schickten im Sommer 1841 einen großen Teil ihrer Truppen, in der irrigen Annahme, man werde so viele Soldaten im sommerfrischen Kabul gar nicht brauchen, zurück in ihre Garnisonen nach Indien. In Kabul ließ es sich leben. Die Besatzer amüsierten sich bei Pferderennen, organisierten große Jagdausflüge, bei denen Hirsche und Raubkatzen erlegt wurden; abends traf man […] britisch-indischen Generalgouverneurs, dem Sprachwissenschaftler William MacNaghten, aus der befestigten Stadt Quetta geführt. Das Ziel des Marsches bestand darin, die auf 6000 Fuß Höhe liegende Hauptstadt Kabul möglichst schnell zu erreichen und zu besetzen, bevor die Russen es tun würden. Dann wollte London eine Marionette installieren, in diesem Fall den einige Zeit zuvor vom Thron geputschten Schah Schudjah […]

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Vorgeblättert 03.03.2005 […] die meisten Gäste kamen aus Staaten des Commonwealth. Mir wurde klar, daß die Briten Kabul nie aufgegeben hatten. Wir erzählten uns gegenseitig Anekdoten aus aller Welt. Auf Fremde hätten wir wahrscheinlich den Eindruck einer Selbsthilfegruppe von Krisengebietsreisenden gemacht. Wir merkten, daß wir hier in Kabul offener über diese Dinge sprechen konnten als zu Hause. Dort, warf Nancy einmal in die […] nur die Augenbrauen hoch. Dann machte er sich mit seiner Kollegin wieder auf die Suche nach Prostituierten in Kabul, denn darüber wollten sie eine Geschichte machen, es gab ja sonst nichts zu erzählen aus der afghanischen Hauptstadt. Ohne Sex ging eben nichts bei Glamour, auch nicht in Kabul, und wir waren alle froh, als das New Yorker Schickimicki-Kommando nach einer Woche endlich wieder die Kurve […] brüskieren, hatte der General beispielsweise darauf verzichtet, die Zitadelle Kabuls besetzen zu lassen, einer Festung, die seinen Truppen bequem Platz und den Winter über genügend Wasser geboten hätte. Von Elphinstone ist genaugenommen kein einziger Befehl überliefert, der angesichts der immer desaströseren Lage der Briten in Kabul irgendeinen Sinn gemacht hätte. Immerhin hatte sich der 60jährige Baron […]

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Vorgeblättert 03.03.2005 […] für uns fest, am nächsten Morgen Richtung Grenze aufzubrechen. Doch Ebadullah, der in Kabul aufgewachsen war, traute hier niemandem, auch nicht Khan. Andererseits waren wir auf ihn angewiesen. Das Telefonat verfehlte jedenfalls seine Wirkung nicht. Khan glaubte, daß wir wichtige Leute aus Kabul seien, und mit Kabul wollte er sich nicht anlegen. Als wir ihn am nächsten Morgen fragten, ob er uns einige […] seit Kabul geschafft. Weitere 80 Meilen und unzählige Hinterhalte lagen vor der Armee. Spätestens an diesem Abend dämmerte den meisten, daß sie an einem Todesmarsch teilnahmen. Es gab keinen Zeitpunkt seit dem Verlassen Kabuls, an dem der Konvoi nicht angegriffen worden wäre. Die Afghanen attackierten den Zug der Verzweifelten wie hungrige Wölfe. Die ersten großen Verluste kamen am Khord-Kabul-Paß. […] Deckung wurden die Briten im Gebirge abgeschossen wie Hasen. Der Khord-Kabul-Paß hätte eigentlich am ersten Tag von einem Stoßtrupp der Infanterie gesichert werden sollen. Doch anstatt diese 15 Meilen lange, gefährliche Passage so schnell wie möglich hinter sich zu lassen, ordnete Elphinstone schon sechs Meilen hinter Kabul eine Nachtrast an. Das gab den feindlich gesinnten Afghanen genug Zeit, den […]

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Vorgeblättert 03.03.2005 […] führen ins steinerne Wachthaus ihn, Sie setzen ihn nieder an den Kamin, Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht, Er atmet hoch auf und dankt und spricht: "Wir waren dreizehntausend Mann, Von Kabul unser Zug begann, Soldaten, Führer, Weib und Kind, Erstarrt, erschlagen, verraten sind. Zersprengt ist unser ganzes Heer, Was lebt, irrt draußen in Nacht umher, Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt […] der idealen Offiziersgattin ein. Auch Brydon, zum Zeitpunkt der Katastrophe 31 Jahre alt, brachte später seine Erinnerungen zu Papier. Am Rachefeldzug der Briten, die zwei Jahre nach der Katastrophe Kabul in eine Trümmerwüste verwandelten, nahm er nicht teil. Er verdiente sich später in Indien noch einen Tapferkeitsorden bei der Niederschlagung eines Aufstandes und kehrte schließlich in seine Heimat […] Ein US-Offizier kam heraus, nachdem ich einen afghanischen Scout gebeten hatte, mich anzumelden. Der Mann war kurz angebunden. Interviews durfte er nur nach Rücksprache mit der Zentrale in Bagram bei Kabul geben. Ich fragte, wie die Situation in Angur Ada gerade sei. Er sagte: "Ich würde da nicht hinfahren. Wir werden da ständig beschossen." Die Amerikaner hatten sich mit hundert Mann Besatzung in ihrem […]