
Daten werden immer mehr als Form des Besitzes oder der Arbeit gesehen,
schreibt Salomé Viljoen, die das kritisch sieht: "Die meisten Reformen zielen auf ein
Eigentumsrecht über Daten eines Subjekts, in dem das Datensubjekt den Gebrauch oder das volle Eigentumsrecht veräußern kann. Alternativ können Daten als Form der
Arbeit des Subjekts betrachtet werden, die das Datensubjekt dazu berechtigt, auf dem Daten-Arbeitsmarkt
Lohn einzufordern. Der Gedanke hinter solchen Vorschlägen ist, dass eine Formalisierung des Marktes für Daten über Subjekte eine Lösung für das Problem der Datengewinnung beinhaltet. Diese Lösung verwandelt Daten über das Subjekt in
Vermögenswerte, die für das Subjekt Reichtum generieren. Juristisch gesehen funktioniert das, indem Datenvermögen 'kapitalisiert' und via Gesetz codiert wird mit Schutzmaßnahmen und Eigenschaften, die die Vermögensbildung erlauben. Eine Datenreform im Sinne des Proprietarianismus postuliert eine Lösung des Problems der Datengewinnung, indem es Daten in die um 'Eigentum' und 'Arbeit' bereits existenten Konzepte und juristischen Systeme einpasst. Datenkontrolle wird so via Vertragsrecht, Eigentumsrecht und Arbeitsrecht zur
Kontrolle von Eigentumsverhältnissen beziehungsweise Arbeitsverhältnissen." Dies birgt allerdings die Gefahr, dass Privatsphäre und Bürgerrechte weiter erodieren, meint Viljoen die in ihrem Essay auch über
Alternativen nachdenkt.