
Mehrere Artikel großer amerikanischer Medien befassen sich zur Zeit mit der Frage, woher
Jeffrey Epsteins großes Vermögen (600 Millionen Dollar, schätzt man) eigentlich stammte. Die
New York Times erzählte die Geschichte Mitte Dezember von Epsteins Anfängen als Arbeitersohn aber höchst brillantem Schüler (genial in Mathe) an. Den
aktuellsten Artikel liefern Giacomo Tognini und Monica Hunter-Hart in dem auf Vermögensfragen spezialisierten Magazin
Forbes. Vieles scheint geklärt, und dann doch wieder nicht, schreiben die Autoren. Epsteins Geld kam zum großen Teil aus der
Verwaltung großer Privatvermögen, etwa der Milliardäre
Les Wexner oder
Leon Black. Die jüngsten bekannt gewordenen Kunden sind
Ariane de Rothschild, die heute die berühmte Bank gleichen Namens leitet, und der Immobilien- und Medienmogul
Mortimer Zuckerman. Die Herkunft von Epsteins Geldern ist also einigermaßen klar, so die
Forbes-Autoren, was erstaunt, ist aber die
Höhe der Zahlungen: "Die Summen, die Rothschild und Zuckerman angeblich für Dienstleistungen im Bereich Vermögensverwaltung gezahlt haben - 15 beziehungsweise 20 Millionen Dollar - sind ungewöhnlich. 'Diese Gebühr von 15 Millionen Dollar entspräche dem Honorar von
drei der teuersten Anwälte für Treuhand- und Nachlassplanung des Landes, die in den
größten Anwaltskanzleien der Welt ausschließlich an diesem einen Fall arbeiten würden', sagt ein Vermögensplanungsexperte, mit dem
Forbes gesprochen hat. 'Das wäre bei einem echten Anwalt oder Vermögensverwalter niemals zulässig. Sie würden ihre Lizenz verlieren.' Der Experte bezeichnet die
vagen Formulierungen in den Verträgen und Entwürfen als 'verdächtig'. In einer Version der Rothschild-Vereinbarung werden beispielsweise Epsteins Dienstleistungen als 'Risikoanalyse und Nachlassplanung in Bezug auf Vermögenswerte und Nachlässe... sowie die Anwendung und Nutzung bestimmter Algorithmen' beschrieben. 'Das klingt wie etwas, das man heutzutage in eine KI eingeben und sagen würde:
Kannst du mir irgendwelchen Bullshit zusammenbasteln?'." Die Geschichten von
New York Times und
Forbes sind bei
watson.ch gut zusammengefasst. Interessant ist auch Françoise Thoms
Recherche über Epstein als "russisches Asset" in
Deskrussie, die bereits im Juli 25 erschienen war.