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Emergence

1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 09.09.2025 - Emergence

Ein prähistorischer Büffel in der Grotte de Font-de-Gaume vor etwa 18.000 Jahren


Stephanie Krzywonos stellt einige bekannte und weniger bekannte Farben vor: Ocker, die erste von Menschen verwendete Farbe, Opaque couché, die als die hässlichste Farbe der Welt gilt, Tyrianischer Purpur - für eine Unze müssen 250.000 Murex-Meeresschnecken sterben - oder Orpiment und Purree: "Orpiment ist ein seltenes Mineral, ein Sulfid des Arsens. Es glänzt und hat eine leuchtende kanariengelbe Farbe. In der Antike und im Mittelalter wurde Orpiment verwendet, um Gold zu imitieren. Man findet es in hydrothermalen Adern und heißen Quellen. Ein Großteil des Orpiments in der italienischen Malerei stammte aus den Fumarolen des Vesuvs. ... Orpiment wurde als Gift für Pfeilspitzen und in der chinesischen Medizin verwendet. Trotz der Risiken gewann die Schönheit von Orpiment die Oberhand: Spuren des Pigments wurden im Grab des Pharaos Tutanchamun und auf dem Taj Mahal gefunden. Ocker kann manchmal gelb sein, ist aber nicht leuchtend. Im Indien des 15. Jahrhunderts begann man, Kühe mit Mangoblättern zu füttern und ihren Urin auf speziellem Sand zu sammeln. Der getrocknete Urin wurde dann gemahlen, um ein Pigment namens Purree herzustellen. Van Gogh verwendete dieses leuchtende Gelb für seine wirbelnden Himmelskörper in 'Sternennacht'. Eine Ernährung mit Mangoblättern macht Kühe krank, daher wurde die Herstellung von Purree vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts verboten. Der englische Maler J. M. W. Turner, bekannt für seine turbulenten und gewalttätigen Meeresbilder, verwendete Purree so häufig, dass seine Kritiker sagten, seine Bilder seien 'von Gelbsucht befallen'. Turner wechselte zu einem synthetischen Gelb auf Bleibasis, das bekanntermaßen Delirium verursacht."
Stichwörter: Farben