
In
Dialog Forum, einem publizistisches Projekt der Deutsch-Polnischen Gesellschaft,
stellt der Politologe
Bogdan Góralczyk, ehemaliger Botschafter und Direktor des Europazentrums an der Universität Warschau,
Péter Magyar vor: eine bis vor kurzem unbekannte Figur der ungarischen Politik, ehemaliges Mitglied der Fidesz-Partei und nun "wie ein Meteor" in die erste Reihe der politischen Opposition in Ungarn aufgestiegen. Magyar, so Góralczyk, habe es verstanden, die Skandale der regierenden Fidesz-Partei auszuspielen und sich durch Internetauftritte und Massenkundgebungen in der Provinz eine Öffentlichkeit zu schaffen: "Zunächst wählte er
Debrecen, seit langem eine Fidesz-Hochburg, aber auch in jüngster Zeit ein Ort beträchtlicher Unzufriedenheit und politischer Irritationen, weil in der Nähe eine
chinesische Batteriefabrik für Elektroautos entsteht, wodurch Umwelt und Wasserversorgung der Stadt gefährdet sind. So wurde die Stadt zu einem Ort, von dem aus das
Machtmonopol von Fidesz in Frage gestellt wird, und die starke Teilnahme an Magyars Kundgebung, ähnlich wie bei den vorangegangenen in der Hauptstadt, führte dazu, dass Péter Magyar, auch wenn er immer noch als Einzelkämpfer in Erscheinung tritt, doch nicht mehr allein dasteht: Er hat ganz offenkundig den richtigen Augenblick getroffen und den richtigen Ton angeschlagen, um
gewaltigen Zuspruch aus der Gesellschaft zu finden und zu Prominenz aufzusteigen, was die Wahlen vom 9. Juni belegen. ... Doch der historische Augenblick kommt erst noch, wenn die richtigen Kandidaten aufgestellt und die Parteistrukturen praktisch aus dem Nichts aufgebaut werden, was nach den nach seiner Auffassung gewonnenen Wahlen angegangen werden muss. Sollte das alles eintreten, dann werden wir von Magyar und seiner Partei
TISZA noch viel hören; wenn nicht, bleibt er eine historische Fußnote."