
Der im Exil lebende Reporter Emmanuel Razavi, augenscheinlich ein Royalist, wie so viele Iraner in der Diaspora,
hofft auf den Moment: Die Israelis haben
den Iran durch die Niederlagen, die sie seinen Proxies und auch dem Regime selbst zugefügt haben, so stark geschwächt wie nie zuvor. Der Westen sollte alles auf einen
Regimewechsel anlegen, der die ganze Region in ein anderes Licht stellen könnte. Zuvor, so findet der Autor, sollte die
westliche Linke ihr Verhältnis zum Iran aufarbeiten, denn sie hat sich schuldig gemacht: "Die Geschichte, die von den Weggefährten Foucaults und Sartres erzählt wurde, verschweigt die wahren Gründe für die islamische Revolution. Sie sprachen nie über das Wahlrecht, das der Schah den Frauen zugestanden hatte, über die Familienplanung, die er einführte (wie die Soziologin Firouzeh Nahavandi in ihrem neuen Buch
'Femmes iraniennes: évolution ou révolution' erzählt), über die Schulen, die zu Hunderten gebaut wurden, oder über die Kaufkraft der Iraner, die dank ihm gestiegen ist. Im Westen wandten sich jene, die von seinen Großzügigkeiten profitiert hatten, von ihm ab. Allen voran Jimmy Carter, der amerikanische Freund, dem bald auch Frankreich, Großbritannien und Deutschland folgten. Am 12. Februar 1979 begrüßte Marc Kravetz, ein Journalist der
Libération, auf der Titelseite der Tageszeitung den 'siegreichen Aufstand' der Islamisten und der extremen Linken in Teheran mit den Worten: 'Allahu Akbar. Das war kein Slogan mehr, kein Schlachtruf, sondern reine,
aus den Tiefen kommende Musik, die schön war wie der Gesang der Wölfe war.'" Wo ist eigentlich das Buch, das die Geschichte der westlichen Linken und ihrer Liebe zur iranischen Revolution erzählt?