Essay

Über die Zukunft des Lesens

Von Wolfram Schütte
24.06.2015. Wenn die Kritik eine Zukunft hat, dann im Netz - wenn auch in Form einer Zeitung, die online steht. Nennen wir sie Fahrenheit 451. Ein Plädoyer
Mit diesem Text von Wolfram Schütte eröffnet der Perlentaucher eine Debatte zur Zukunft der Kritik, zu der wir sowohl Autoren als Journalisten und Verlagsleute einladen. Hier unser Editorial.
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Lesen ist eine erlernte Kulturtechnik, Buch- & Zeitungslesen erst recht. Da uns das (noch) alltäglich erscheint, muss man sich anstrengen, um seine verborgene Wahrheit zu erkennen: was erst erlernt werden musste, ist nicht naturgegeben. Zu dieser unbewussten verborgenen Wahrheit gehört: die Gutenbergzeitalter-Kultur, die sich rund um die Lesefähigkeit & alltägliche Leselust im Laufe der Zeit entwickelt hat. Sie äußert sich nicht nur im alltäglichen Gebrauch, den wir von Zeitungen, Zeitschriften & Zeitungen machen. Sondern auch in der Entwicklung & dem Unterhalt einer Lesekultur & eines "literarischen Lebens", das mehr & anderes ist, als die gelegentliche Lektüre von Büchern, sei"s zum "Zeitvertreib", sei"s zweckgebunden zur Information.

Zeitungslesen ist ja auch nicht nur das Aufnehmen von unterschiedlichen, separaten Nachrichten, sondern die von Neugier, Interesse, Zeitvertreib, Lust & Laune etc. motivierte & in Gang gehaltene streifende (optisch-geistige) Bewegung des lesenden Subjekts auf den von ihm aufgesuchten Zeitungsseiten. Man könnte Zeitungslesen mit dem Geografen-Vergnügen vergleichen, sich auf einer Sammlung von Landkarten imaginativ zu bewegen & zu orientieren.

Die Printseite ist gewissermaßen das imaginäre Abbild eines Weltausschnitts in nuce & als eindimensionale Landkarte. Man nimmt sie erst als Ganzes in Augenschein, um dann - affiziert durch die Vielzahl ihrer journalistischen Formen - sich diesen en détail zu- oder von dieser oder jener Form abzuwenden. Dieser spezifische Apperzeptionsvorgang der Zeitungslektüre & der damit unbewusst einhergehenden Aufnahme weiterführender, bzw. weitreichender Informationen, Interessenserweckungen etc. hat Goethe in seinem kleinen Gedicht mit dem Titel "Gefunden" metaphorisch exakt beschrieben.

Ich zitiere daraus, was mir für den gemeinten Vorgang zutreffend erscheint: "Ich ging im Walde / So für mich hin / Und nichts zu suchen / Das war mein Sinn.//Im Schatten sah ich / ein Blümlein stehn: / (…) Ich grub"s mit all / Den Würzlein aus. / (…) Und pflanzt es wieder/ Am stillen Ort; Nun zweigt es immer/ Und blüht so fort."

Der "Wald" wäre dessen Wiederauferstehung im Papier der Zeitungsseiten. "Vor sich hingehen" entspräche dem schweifenden Lesevorgang, der sich beim Überblick der Seiten von diesem oder jenem Text-"Blümlein" affiziert sieht & weil "nichts zu suchen, der Sinn" des Lesens war, stößt der umherschweifende Leser, wie aus Zufall, das heißt ohne zu suchen, auf etwas, was er (dennoch) als "gefunden" empfindet, von dem er Gebrauch & das ihn deshalb sogar glücklich macht. Indem er es in seinen geistigen Besitz, also an sich nimmt, verzweigt es sich, wird es in seinem Hege-& Pflegebereich fruchtbar, blüht &gedeiht.

Wichtig scheint mir der hier beschriebene Wahrnehmungsvorgang, der nicht zielbewusst oder zielgerichtet ist - wie das algorithmische Suchen im Internet -, sondern beiläufig, zufällig, schweifend in ein Finden übergeht. Aber ausgeht - & damit zu einem kollektiven Apperzeptionsvorgang wird - von einer "kanonischen" (zentralisierten) Textsammlung: gewissermaßen einem (literarisch-feuilletonistischen) Park- oder (wie bei Goethe) Waldgelände, in dem sich der die Zeitung lesende Kulturinteressierende regelmäßig "ergeht". Das nenne ich hier einmal die durch das im Laufe des Gutenberg-Zeitalters immer differenzierter entwickelte Wahrnehmungssensorum der (taktil erfahrbaren) Zeitung.


Auf der Buchmesse: Erfahrung mit App

Als ich auf der letzten Buchmesse, wie alle Jahre wieder, den Katalog mit dem Verzeichnis der Standorte der Verlage in den Messehallen unter den Pressematerialien suchte, wurde mir freundlich beschieden, es gebe ihn nicht mehr. Ich möge doch auf meinem Smartphone die Messe-App installieren, auf der ich ohne Umblättern zu müssen, sofort bei der Namenseingabe die Standnummer des gewünschten Verlags finden würde. Und wenn ich kein Smartphone habe? Dann bist du "out of time, my dear".

Kurz: auf der Buchmesse verschwand wieder ein Buch & die Elektronik hielt automatisch Einzug & ersetzte es. Okay. So einsehbar dieser Wechsel war, so selbstverständlich geht man davon aus, dass jeder Journalist ein Smartphone oder Tablet hat. Auch okay.

Wer sich in öffentlichen Verkehrsmitteln bewegt, sieht (wie auf den Straßen), dass nicht nur Journalisten diese Geräte als Arbeitsmittel haben, sondern mittlerweile hängt wohl jeder zweite in der Öffentlichkeit an ihnen wie früher an der Zigarette. (Abends im Dunkel, wenn die Leute mit ihren Smartphones hantieren, sieht sich der Kunsthistoriker von einer wundersamen Vermehrung von Figuren Georges de La Tours umgeben, weil - wie oft bei diesem französischen Barockmaler - nur das Gesicht beim Blick auf das Smartphone angeleuchtet wird.) (Das Bild zeigt de la Tours "jungen Sänger".)

Ich erwähne das, weil spätestens das letztjährige Buchmessenerlebnis mir klar gemacht hat, "dass nichts mehr geht" in unserem Leben ohne diese jüngste Wandlung des Heideggerschen "Gestells".

Gleichzeitig mit der Messe informierte mich ein Freund per Email, dass der S. Fischer Verlag, der ein paar Häuser weiter in der Straße residiert, in der auch ich wohne, einen neuen Blog im Internet eingerichtet hat. Sein "literarisches Online Magazin 114". Dort las ich: "Herzlich Willkommen auf hundertvierzehn.de! - Auf hundertvierzehn.de wollen wir, die Lektoren des S. Fischer Verlags, unsere Autoren beim Nachdenken auf Nebenwegen, beim Fragen und Fragen beantworten, begleiten, bei dem also, was andere "work in progress" genannt haben. Sie sollen erzählen: von sich und ihrer Arbeit. Nicht immer wird es dabei um das nächste große Buch gehen, häufiger um noch Vorläufiges und scheinbar Nebensächliches. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen, den Lesern, einen Blick auf Anfänge oder auch nie Abzuschließendes richten. S. Fischer Hundertvierzehn soll ein Ort für Ideen sein. Eure/Ihre Redaktion".

Ich erinnere mich, den Blog von Kiepenheuer & Witsch gesehen zu haben & auch, dass Suhrkamp ein Logbuch betreibt, auf dem u.a. Cheflektor Fellinger regelmäßig mit dem Frankfurter Schriftsteller Andreas Maier plaudert. D.h. einige deutsche Verlage haben die "Zeichen der Zeit" erkannt & versuchen, auf vielfältige Weise, im Netz präsent zu sein. Der Hanser-Verlag hat eben Blogger eingeladen, sich den "Verlag von innen" anzusehen. Tolle PR!

Kurzum: einige der (Qualitäts-) Verlage sind schon auf dem richtigen Weg. (Und bei Zeit-online entdeckte ich eben freitext.) Währenddessen nimmt der Platz für Rezensionen in der Printpresse stetig ab. In der SZ z.B. wird die tägliche Buchseite seit geraumer Zeit nicht nur immer kleiner; sondern immer häufiger verdrängen Berichte von literarischen Veranstaltungen, Autorenporträts oder -beiträge Rezensionen & Kritiken, deren spezifischer Platz einmal die "Buchseite" gewesen ist. Damit geht nicht nur ein journalistisches Genre der Kritik dahin, sondern auch für Verlage & Leser schwindet die Vielfalt & Breite der Information über die Buchproduktion.


Die Angst der Printmedien-Kritik vorm Bedeutungsverlust

Die Kritik (ob über Bücher oder über Filme) sorgt sich mittlerweile über ihren "Bedeutungsverlust" beim noch Zeitung lesenden Publikum. Was denken die Verlage mit ihren Presseabteilungen über diese Entwicklung, die einem kontinuierlichen Schrumpfungsprozess unterliegt? Wann wird es die Messe-, Urlaubs- & Weihnachts- Literaturbeilagen der großen deutschen Tages-& Wochenzeitungen nicht mehr geben? Ganz gewiss dann, wenn die Verlage keine Anzeigen mehr schalten, also nicht mehr inserieren. Werden sie aber weiterhin anspruchsvolle, i.e. vielseitige, minoritäre Interessen fokussierende Programme wie bisher sich durch ihre ökonomische Mischkalkulation erlauben können? Wird es auch zukünftig eine bunt nach unterschiedlichen Interessen & Launen gemischte Käufer- & Leserschicht jenseits des saisonal affizierten Mainstreampublikums geben, das sich ja vornehmlich an der Spiegel-Bestsellerliste, dem Ondit oder an privaten Empfehlungen orientiert?

Dabei sind alle jene Bücher, für deren Publikationsmöglichkeit die sogenannte Mischkalkulation als mäzenatische Hilfe gedacht ist, heute viel besser diversifizierbar als früher. Erfuhren potentielle Leserinteressenten von den für sie gedachten potentiellen Neuerscheinungen nur über den Buchhändler ihres Vertrauens, Prospekte oder Anzeigen & Rezensionen in der Printpresse, so bietet das Internet & der Versandbuchhandel die Möglichkeit, "für jeden Topf den richtigen Deckel" zu finden, sprich: jedem Buch seinen potentiellen Leser, bzw. diesem Leser jedes ihn interessierende Buch nahe zu bringen (& nahezubringen): und wäre es im hinterletzten Winkel der Provinz, den aber noch DHL erreicht..

Freilich muss er das Buch erst einmal finden, was er aber ohne Schwierigkeiten kann, wenn er weiß, was er sucht. Aber da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Es geht bei der Zukunft des Lesens (jenseits des erodierenden Literatur-Fluidums der Printwelt) im Goetheschen Sinne um "Finden ohne zu suchen". Es geht um neugieriges Ahnen & Vermuten, sich affizieren oder interessieren lassen für etwas Neues oder Anderes: durch das Kontinuum einer literarisch-kritischen Kultur des Lese-Vergnügens - das ja künftig noch mehr in ständiger, alltäglicher Konkurrenz zu anderen (vor allem elektronisch vermittelten) Freizeit-Beschäftigungen & -vergnügungen stehen wird.

Die Erfahrung dieser zu erlernenden Praxis sollte früh (in der Schule) geweckt & von da ab - wie das Spielen eines Instruments oder die Ausübung einer Fremdsprache oder einer Sportart - kontinuierlich bewahrt & fortentwickelt werden können.

In der Annahme, dass über kurz oder lang das Print-Zeitungslesen weder weiterhin alltäglich, noch möglich sein wird; dass Rezension & Kritik für Buch (& Film!) in der Printpresse an Raum & Bedeutung verlieren, drängt sich automatisch das Internet als Ersatz, bzw. Fortsetzung mit anderen Mitteln auf. Die oben erwähnten Verlags-Blogs sind eine erste individuelle Reaktion der innovativsten, imaginativsten deutschen Verlage auf diese prekäre Situation.


Zeitungsstand & Internet


Jedoch das Internet gleicht einem gigantischen Printmedienstand - gewissermaßen einer Hauptbahnhofbuchhandlung - mit einem unübersehbar breiten Angebot. Selbst, wenn ich am Printmedienstand weiß, was ich will, muss ich mich am Zuordnungsschema des Ladens orientieren, um z.B. zu dem Bereich der Regionalzeitungen oder der Zeitschriften über Gartenpflege zu gelangen. Wenn ich literarisch interessiert bin, werde ich heute womöglich dort nach "Volltext" suchen - wie später in den Weiten des Internets nach der von mir imaginierten digitalen "Zeitung für Literatur". Denn sie fungierte als "Findebuch" (bzw. Fundgrube) für die literarisch Interessierten.

Aber bisher reagiert eben jeder (Verlag), der einen Blog betreibt, nur für sich! Und auch nur für jene (interessierten Leser), die diese Blogs einmal im Internet gefunden hatten. Das Mindeste, was die vorauseilenden Verlage aber tun müssten, um auf diesen Weg weiter zu kommen & aus der von ihnen eingerichteten Einbahnstraße einen Verkehrsweg zu machen, wäre: in & mit jedem Buch dessen Käufer aufzufordern, den Verlag auf seiner Website, bzw. seinem Blog zu besuchen. Denn es geht doch darum, mit ihren Käufer/Lesern in einen kontinuierlichen Kontakt zu kommen & ihn womöglich zu entwickeln & auszubauen. (Ein Perlentaucher/Medienticker nur für Literatur - &Film? - wäre auch nicht schlecht.)

Noch besser aber wäre eine digitale "Zeitung für Literatur & literarisches Leben".

Sie könnte z.B. den Namen Fahrenheit 451 tragen.

Zeitung sollte sie sein, um mit möglichst vielen journalistischen Formen (z.B. Meldung, Feature, Bericht, Interview, Kolumne, Leitartikel, Rezension, Kritik ev. Polemik etc.) möglichst breit & vielfältig ihren Gegenstand darstellen zu können. Und deshalb für die unterschiedlichen Interessenten attraktiv sein sollte.

Zeitung, wenn auch als digitales Imitat des einstigen Printprodukts, weil diese Erscheinungsform die beste Möglichkeit für das in Goethes "Gefunden" beschriebene Wahrnehmungsverfahren bietet: Totale & Großaufnahme im Wechsel.

Zeitung schließlich, um einen wiederkehrenden Ort für das Totum des Literarischen zu annoncieren, das in festzulegenden Abständen (wöchentlich, monatlich, Sonderausgaben?) rundum erneuert erscheint.


Skizze eines digitalen Zeitungsprojekts

Den Prospekt für (nennen wir es also einmal) Fahrenheit 451, will ich hier kurz skizzieren. Jeder Interessierte, dem dieser Prospekt unter die Augen kommt, ist aufgefordert, diesen Traum von einer Sache, die mir (& ihm) notwendig erscheint, nicht nur privatim weiterzuträumen & sondern öffentlich zu verfolgen: in jeder Hinsicht & jede Richtung.

Es wäre produktiv, wenn sich bald so etwas wie eine Gründungsmannschaft aus Verlegern, Lektoren, Verlagskaufleuten, Kritikern & interessierten Lesern im Internet bilden würde. Sie könnte die hier projektierten Gedanken, Vorstellungen & Wünsche diskutieren, i.e. übernehmen oder verwerfen - & am Ende seiner Realisierung entgegentreiben.

1. Fahrenheit 451 müsste - obwohl für einen Kulturbereich & eine -branche gedacht & von dieser zumindest teilweise (wie die Printpresse-Erzeugnisse) finanziell gestützt - redaktionell unabhängig von allen Partialinteressen der es finanziell (z.B. durch Anzeigen) stützenden Verlage sein. Diese könnten einen Teil ihrer Werbeetats auf ein Stiftungskonto für das Projekt zahlen & dann dafür Werbung platzieren. (Desgleichen wäre zu eruieren, in welcher Form oder mit welchem Beitrag sowohl der Börsenverein als auch der Buchhandel an dem Projekt beteiligt sein könnte. Denn es sollte ja ein Gemeinschaftsprojekt aller am Buch Interessierten sein!)

2. Am besten wäre - "Juristen an die Front" - womöglich eine Stiftung (wie die Fazit?) die das Vermögen verwaltet & die Redaktion beruft. Wer sitzt, warum weshalb, wodurch in der Stiftung & bestimmt die Redaktion personell & finanziell? Vielleicht wäre auch an eine öffentlich-rechtliche Struktur zur Finanzierung von Fahrenheit 451 zu denken?

3. Jede natürliche oder juristische Person kann diese Stiftung finanziell unterstützen, ohne aber dass solchen Unterstützern besondere Rechte oder Vorteile, bzw. Einflüsse dadurch zufielen. Sie kann (& sollte) aber als Spender im öffentlichen Rechenschaftsbericht erwähnt &bedankt werden.

4. Die Redaktion besteht aus einer kleinen Kernmannschaft & zahlreichen Freien Mitarbeitern, Übersetzern, Journalisten, Rezensenten.

5. Für die Gründungsmannschaft von (3-5?) Redakteuren sollten vor allem jüngere, aber mittlerweile journalistisch- literaturkritisch erfahrene, gewissermaßen durch publizierte Arbeiten ausgewiesene Redakteure gewonnen werden. Sie müssten primär Redakteure, d.h. in der Lage & willens sein, im journalistischen Dienst redigierend den Mitarbeitern zur Verbesserung von deren Arbeiten zu verhelfen - und nicht sich selbst als Autoren zu bevorzugen. Es ist sehr wichtig, dass das Verhältnis von Redaktion & externen Mitarbeitern fair, kollegial & transparent ist & bleibt.

6. Die Mitarbeiter werden aus Journalisten der Printpresse & Autoren von Blogs des Internets nach den Wünschen der Redakteure ausschließlich von diesen bestimmt & beschäftigt.

7. Von allem Anfang an ist der Zugang für Leser zu Fahrenheit 451 nicht kostenlos, sollte aber kostengünstig sein. Zu denken wäre an je nach dem Beitrag verschiedenen Zugangsformen, regelmäßigen (Abonnements) & unregelmäßigen. So könnten z.B. auch - durch regelmäßige Rätsel - an Gewinne für Benutzer gedacht werden.

8. Die Besucher & Nutzer von Fahrenheit 451 sollten als fester Club angesehen, angesprochen werden. Die Exklusivität gehört durchaus dazu. Keine Angst vor dem sogenannt "Elitären". Wer Fahrenheit 451 so schätzt wie andere ihre Mitgliedschaft im Gesangs-oder Sportverein, gehört im Literarischen zu dessen "Elite" wie die Sänger oder Sportler in ihren Vereinen zur Elite der Musizierenden oder Sportreibenden!

9. Es sollte nicht ausgeschlossen werden, dass Fahrenheit 451 auch offen für andere kulturelle Themen (wie z.B. Film) ist. Das sollte im Bereich des Möglichen & zu Entwickelnden liegen.

10. Was unterscheidet Fahrenheit 451 von anderen Blogs im Internet? A) dass es alle journalistischen Formen als digitalisierte Zeitung bietet - & die Rezensionen nur eine Form unter anderen ist. B) dass auf ein kontinuierliches Interesse seiner Leser für alle Formen des Literarischen setzt, also nicht bloß auf das punktuelle, zielgerichtete, temporäre Interesse an diesem oder jenem Buch oder Thema. C) dass seine Notwendigkeit für den Leser & die Kontinuität seines (partiellen, aber regelmäßigen) Lebens mit Büchern & deren Lektüre als ein existenzielles Medium begreifbar wird., das ihn anregt, stützt & befördert. D) weil es als "Zentralpark" für die Präsentation der (weiterhin) vielfältigen Verlagsprogrammes ist. E) Von hieraus wird zu allen anderen literarischen Blogs & Website verlinkt, die sich der Literatur widmen. F) Wer über Fahrenheit ein Buch bestellt, kann es sowohl über eine angegliederte Institution, die nicht Amazon ist, beziehen oder über eine ihm genehme oder nächste Buchhandlung.

11. Fahrenheit 451 ist durch seine Zeitungsform ein sich selbst regelmäßig journalistisch regenerierender Ort literarischen Lebens, der zentrale Umschlagbahnhof für alle literarischen Waren. Eine Heimat für die im Print bedrohte, schwindende Zeitung & die dort einmal heimische Buch-Lektüre-Kultur.

12. Das hier vorgeschlagene, bloß skizzierte, also noch in keiner Hinsicht von allen Seiten bedachte Projekt sollte in welcher Form auch immer so schnell & umfassend wie möglich diskutiert & realisiert werden.

Frankfurt a.M., 8. Juni 2015

Wolfram Schütte


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