Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

1680 Presseschau-Absätze - Seite 3 von 168

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.01.2026 - Architektur

Sydney Fish Market. Foto: Rasmus Hjortshoj/3XN.


How much is the Fischmarkt? In Sydney 836 Millionen Dollar, so Barbara Barkhausen, die für die NZZ das vom dänischen Architekturbüro 3XN entworfene Gebäude besucht. Die Vergleiche zum Opernhaus sind ihr zufolge vielleicht ein bisschen bemüht, aber hübsch ist der Bau schon, er ist bedeckt von einem "riesigen, elegant geschwungenen Holz- und Aluminiumschirm, der sich über dem Wasser ausbreitet - halb schützende Welle, halb schimmernde Fischhaut. Das 230 Meter lange, wellenförmige Dach aus 594 aus Brettschichtholz gefertigten Balken und 407 Dachkassetten ist mit seinen 2500 Tonnen das größte seiner Art auf der südlichen Hemisphäre. Und es sieht aus, als hätte jemand die Oberfläche eines gigantischen Barramundi in weiß-silberne Schuppen zerlegt und dann sanft über die Bucht drapiert."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.01.2026 - Architektur

Wie man sich "auf sehr grundsätzliche Weise" mit der Geschichte eines Ortes auseinandersetzt, kann Ulf Meyer (FAZ) im Louisiana Museum im dänischen Humlebæk sehen. In der Ausstellung "Memoryscapes" zeigt das Museum Arbeiten des japanischen Architekten Tsuyoshi Tane und der chinesischen Architektin Xu Tiantian. Beiden sei gemeinsam, dass sie sich bei ihren Entwürfen "archäologische, anthropologische und geologische Fragen stellen". "Tanes Entwurf für das neue Imperial Hotel in Tokio ist in der Schau in allen Details zu studieren: Es werden sogar einige Original-Bauteile, die aus dem Vorgängerbau von Wright gerettet werden konnten, in Humlebæk ausgestellt. Die Backsteine und Oya-Tuffsteine mögen nur eine kleine Trophäe sein, die sich vom einstigen Grand Hotel erhalten hat, aber selbst in einem einzelnen Stein zeigt sich Wrights Meisterschaft, mit den Mitteln der Ornamentik eine protomoderne Architektur zu erzeugen, die fast jedermann einnimmt."

In der SZ berichtet Alexander Menden über das Dortmunder Büro Gerber Architekten, das für die Stadt Riad den größten innerstädtischen Park der Welt, den King Salman Park, entworfen hat.
Stichwörter: Louisiana Museum

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.01.2026 - Architektur

Lucas Museum of Narrative Art, Stand des Baus im Jahr 2022. 
© RON RAFFETY, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Markus Woeller blickt in der Welt auf eine ganze Reihe spektakuläre neue Museumbauten, die 2026 eröffnen sollen. Die Reise führt von Abu Dhabi über Rotterdam und London bis nach Los Angeles, wo die beiden beeindruckendsten Museen des Jahres eröffnet werden könnten. Das eine ist die sauteure David Geffen Galleries des LACMA. Das andere: "Wie die Schaumstoffsohle eines gigantischen Sneakers liegt das Lucas Museum of Narrative Art am Rand des Exposition Park. Das futuristische, 'parametrische' Design stammt vom chinesischen Architekten Ma Yansong (MAD Architects). Gründer, Finanzier und Bauherr ist der Filmproduzent und 'Star Wars'-Schöpfer George Lucas, der hier vor allem seine Sammlung von mehr als 40.000 Objekten - Comics, Filmrequisiten, Fotografien und Werke erzählerischer Kunst - zeigen möchte. Die Bau- und Betriebskosten sollen über eine Milliarde Dollar" betragen. Ob solche Luxusbauten etwas gegen den Bedeutungsverlust von Kultur ausrichten können? Woeller bleibt skeptisch.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.01.2026 - Architektur

Rettet die Kirchen, ruft Klaus Englert in der taz. Von 45.000 deutschen Kirchenbauten werden bald bis zu 50 Prozent obsolet und vom Abriss bedroht sein, so Englert. Dabei könnte und sollte man die Räume weiter nutzen. Deshalb wird das Festival "Manifesta 16 Ruhr" im nächsten Sommer zwölf profanierte oder entwidmete Kirchen bespielen und damit die ursprüngliche Bedeutung der Kirche als Versammlungsort wiederbeleben: "Denn historisch wurden in Kirchenbauten neben Gottesdiensten auch kulturelle Veranstaltungen, Versammlungen und Märkte abgehalten. Sie wurden wörtlich als ekklesia (griechisch: 'Versammlung', 'Versammlungsplatz', 'Gemeinde'; lateinisch ecclesia: 'Volksversammlung') wahrgenommen."
Stichwörter: Sakralbau

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.01.2026 - Architektur

Das SuZhou Museum. Foto: Brookqi, gemeinfrei.

Fasziniert wandert FAZ-Kritiker Stefan Trinks durch das Museum of Islamic Art (MIA) in Doha, Katar, erbaut vom chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei, der unter anderem die Glaspyramide vor dem Louvre konstruierte. In einer Ausstellung widmet sich das Museum dem Leben und Schaffen Peis: "Sein schönstes Museum und in vielem die Blaupause für Doha ist sein von 2000 bis 2006 entstandener Bau für die älteste permanent bewohnte Stadt der Welt, die chinesische Kaiserresidenz Suzhou nahe Shanghai, aus der seine Familie stammt. Über Monate sprach Pei mit Nachbarn in den traditionellen alten Häusern und passte das weitläufige Ensemble in weißen Putzflächen und grau abgesetzten Fenstern mit einer Seenlandschaft innerhalb seiner Mauern und Zickzackbrücken gegen Dämonen feinfühlig in die von Kanälen und Gärten bestimmte Stadt ein. In Doha schließt sich so mit dem MIA als letztem vollendeten Werk der Kreis einer Architektur mit Ewigkeitsanspruch."
Stichwörter: Pei, Ieoh Ming

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.01.2026 - Architektur

Usbekistan rangiert auf dem Demokratieindex des Economist unter anderem wegen Zwangsräumungen aufgrund von Bauprojekten auf dem 148. Platz von 167 Ländern - der autokratische Präsident Schawkat Mirsijojew tut dennoch einiges um das Bild eines modernen, liberalisierten Staates nach außen zu tragen, weiß Gina Thomas, die das Land für die FAZ besucht hat. Dabei setzt er vor allem auf kulturelle Erneuerung, besonders durch die Architektur des Landes. Sollten zunächst viele der oft orientalistisch geprägten brutalistischen Gebäude aus der Sowjetzeit abgerissen werden, werden sie nun renoviert: "Dazu zählt der in den Achtzigerjahren auf Anordnung des Moskauer Politbüros errichtete Solarschmelzofen in den Ausläufern des Tian-Shan-Gebirges, rund fünfzig Kilometer östlich der Hauptstadt. Dessen symbolische Bedeutung fand in der kühnen Architektur ebenso Ausdruck wie in der künstlerischen Ausstattung mit abstrakt-kosmischen Glasskulpturen. Mit ihrem futuristischen Parabolreflektor wirkt die Anlage, eine von nur zweien dieser Art in der Welt, wie für einen James-Bond-Film ersonnen. Im Kalten Krieg diente sie vor allem Militär- und Raumfahrtforschungszwecken."

Weitere Artikel: Für die Welt am Sonntag trifft sich Gesine Borcherdt mit dem Architekten Arno Brandlhuber. Auf den Bilder-und-Zeiten-Seiten der FAZ freut sich Andreas Platthaus, dass Sebastian Strombach mit seinem Comic "Jeck" über den Kölner Dom den "Architectural Book Award" des Frankfurter DAM gewonnen hat. Ebenfalls in der FAZ wirft Klaus Engler einen Blick auf die Pläne des Architekturbüros Powerhouse, die das Codrico Terrain im Rotterdamer Hafen zum ökologischen Musterquartier umbauen wollen. In der SZ macht sich Gerhard Matzig beim Rundgang durch das Münchner Viertel Grünwald, wo Bushido eine 19-Zimmer-Villa bezogen hat, Gedanken über den Trend neoklassizistischer Neubauten. Für die taz nimmt Eva Behrendt an einer Pressereise des Goethe-Instituts nach Addis Abeba teil, wo sie unter anderem erfährt, dass chinesische und indische Kredite eine große Rolle für die Modernisierungs- und Verschönerungsprogramme in Addis spielen.
Stichwörter: Usbekistan, Sowjetarchitektur

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.01.2026 - Architektur

Nach der FAZ und der SZ begibt sich auch Gabriele Detterer für die NZZ nach Weil am Rhein zu Balkrishna Doshis Doshi Retreat auf dem Vitra-Campus und lauscht verzaubert den Gong-Klängen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.01.2026 - Architektur

Weiteres: Milena Feldmann besichtigt für die FAZ den Neubau des Perlmuttermuseums in Adorf, entworfen von Architekt Ansgar Schulz.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.01.2026 - Architektur

Villa Rezek. Foto: Stefan Oláh. Mehr Bilder bei Park Books


Maik Novotny stellt im Standard die Villa Rezek vor, ein besonders schönes, von Hans Glas erbautes Exemplar der Wiener Moderne, über das jetzt auch ein Buch erschienen ist. Viel Zeit konnten die Rezeks dort nicht verbringen, gerade mal vier Jahre, bevor sie 1938 vor den Nazis in die USA fliehen mussten. Zwischenzeitlich arg verhunzt, hat sie jetzt der Architekt Max Eisenköck renoviert: "Er stellte die zerstörten Einbauten wieder her, begab sich auf Spurensuche nach Möbeln und nahm Kontakt zu den Enkelkindern der Familie Rezek auf. 'Ich habe mir die Frage gestellt, wie man rekonstruiert, wenn es kaum Spuren und Substanz gibt', sagt Eisenköck. ... Heute ist das Haus bei Führungen für die Öffentlichkeit zu besichtigen - eine Erfahrung, die manche Erwartungen korrigiert, so Eisenköck. 'Viele Besucher waren anfangs irritiert, weil sie sich aufgrund der modernen äußeren Erscheinung ein Bauhaus-Interieur erwartet hatten. Die Wiener Moderne von Adolf Loos und Josef Frank zeichnete sich jedoch durch eine ganz andere, behaglichere Möblierung und Ausstattung aus, die vom Biedermeier und der englischen Wohnkultur geprägt war.'"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.01.2026 - Architektur

Bestellen Sie bei eichendorff21!
Schön und gut, dass der "Bauturbo" Bürokratieabbau in der Architektur verspricht, aber dadurch drohen Systemfehler des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wiederholt zu werden, befürchtet Dankwart Guratzsch in der Welt. Allen voran die industrielle Fertigungsweise der Serienfabrikation, für deren Mängel nachfolgende Generationen teuer bezahlen dürften, wie er meint. Stattdessen empfiehlt Guratzsch dank Blick in den Band "Für eine nachhaltige Architektur der Stadt" Aufstockungen und Ausbauten statt Neubau: "Das verstockte 1920er-Jahre-Denken und die Wegwerfmentalität der Nachkriegsjahre haben die Bauwirtschaft auf eine falsche Fährte gelockt. 'In den letzten Jahren wurden in Deutschland durchschnittlich 1,9 Millionen Quadratmeter Wohnfläche und 7,5 Millionen Quadratmeter Nutzfläche jährlich abgerissen' (Thomas Schröer), ein barer kosten-, wohnungs-, klima- und baupolitischer Nonsens und einsame Spitze in tausend Jahren deutscher Baugeschichte."
Stichwörter: Bauturbo