Jehoschua Kenaz

Hinter der Wand

Roman
Cover: Hinter der Wand
Luchterhand Literaturverlag, München 2000
ISBN 9783630870786
Gebunden, 351 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Barbara Linner. Eine Büroangestellte beginnt ein aussichtsloses Verhältnis mit einem Kollegen. Ein alter, behinderter Mann ist seiner philippinischen Haushaltshilfe ausgeliefert. Ein anderer versucht, mit verzweifelten Briefen an die Verwaltung die Ehre des Hauses zu retten. Ein Makler missbraucht das Vertrauen eines Klienten und verschafft sich Zugang zu dessen Wohnung. All diese Menschen leben in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander in Tel Aviv. Sie fühlen sich allein gelassen, gehen dennoch einander aus dem Weg, bei unvorhergesehenen Begegnungen flüchten sie sich in Unwahrheiten oder verlieren die Selbstbeherrschung. Dabei haben ihre Lebensläufe mehr miteinander zu tun, als sie glauben wollen. Alle verspüren den Wunsch nach Nähe, danach, die Wand zum Nächsten niederzureißen, folgen aber eher fremden Empfehlungen als den eigenen Gefühlen. Und wer endlich ein Ziel erreicht hat, merkt, dass er eine andere Vorstellung davon besaß. Vielleicht wollte man eine Liebe zurückhaben, die es so nie gab.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.06.2001

Zwei Romane in, um und aus Israel bespricht Eva-Elisabeth Fischer für uns: "Hinter der Wand" von Jehoschuha Kenaz und erschienen bei Luchterhand und Yoram Kaniuks "Verlangen", erschienen im List Verlag
1. Jehoschuha Kenaz: "Hinter der Wand"
Obgleich sie die Geschichten "eindeutig" in Israel verortet, erklärt uns die Rezensentin, dass der Autor von unsichtbaren Vorgängen handelt, die einen leicht dazu verführen könnten, an den eigenen (vier) Wänden zu horchen. Fischer meint vor allem die "unpathetische Art", mit der hier die kranken und gleichzeitig zerstörerischen Gefühle von Menschen in "zivilisations-kranken Metropolen" (in diesem Fall in einem Mietshaus in Tel Aviv) geschildert werden, wenn sie dies schreibt - die sei es, "die den Roman ... so packend macht."
2. Yoram Kaniuk: "Verlangen"
Über die Zuneigung alter Männer zu jüngeren Frauen hat Eva- Elisabeth Fischer schon Besseres gelesen. "Weniger wohlfeil" als hier klingt es ihrer Meinung nach sogar bei Martin Walser; "Verlangen" scheint ihr ein "billiges Filmscript" aus der Feder des Helden (eines alternden Fernsehproduzenten) zu sein, so billig, dass sie dem Autor die Motive und die Handlungen seiner Helden einfach nicht abnehmen will. Das vernichtende Fazit der Rezensentin: Viel heiße Luft nach dem Strickmuster billigster Seifenopern.
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