Mit zahlreichen Abbildungen. Kaum zwei andere Länder haben über viele Jahrhunderte hinweg die Weltgeschichte parallel gelenkt und geprägt wie Spanien und Österreich - Spanien in Gestalt der "alten" Habsburgerlinie, Österreich in jener der "neuen". Trotz anhaltender gegenseitiger Sympathie beider Länder füreinander ist das Wissen über die gemeinsame Geschichte in der Bevölkerung heute in vielen Details nicht mehr präsent. Dem will der Autor mit dem vorliegenden Band Abhilfe verschaffen, in dem er den zahlreichen Spuren und Berührungslinien der Spanier in Österreich und speziell in Wien nachgeht: Von den Begegnungen zwischen Österreichern und Spaniern auf dem Jakobsweg, der ersten Türkenbelagerung Wiens in der spanischen Literatur, der Bedeutung Spaniens im Werdegang des Kunsthistorischen Museums und der Galerie Harrach, über das Spanische Hofzeremoniell, die Spanische Hofreitschule, spanische Gründungen von Kirchen und Spitälern, die sefardische Kultur und ihren Höhepunkt in Wien, die Erinnerung an 5000 Rotspanier als Naziopfer in Mauthausen, bis hin zu spanischen Komponisten, Instrumenten, Virtuosen und Sängern in Österreich reicht der Bogen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.12.2004
Der Autor dieses Bandes ist nicht nur, aber auch aus biografischen Gründen sachkundig. Der in Spanien geborene Xavier Selles-Ferrando lebt seit Jahrzehnten in Österreich und war Kultur- und Presserat der Botschaft Spaniens in Wien. Was die beiden Länder verbinde - und von Deutschland unterscheide - sei nicht zuletzt, so Selles-Ferrando, das auf "höfisches Zeremoniell" zurückzuführenden stärkere Bewusstsein für "Stil und Manieren". Der Autor sucht nach "Spanischem in Österreich" und wird über die Jahrhunderte hinweg fündig: Spanische Soldaten, die Wien gegen die Türken verteidigen, die Hofreitschule, Heiratspolitik, die Jesuiten, die Dominikaner - und vor allem das "spanische Hofzeremoniell in der Wiener Hofburg". Ein "bemerkenswertes" Buch, resümiert der Rezensent Harm Klueting.
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