Wolfgang Sofsky

Das Prinzip Sicherheit

Cover: Das Prinzip Sicherheit
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783100727107
Gebunden, 176 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Sicherheit ist das Grundproblem der menschlichen Gattung. So zahlreich die Gefahren, mit denen die Menschen konfrontiert sind, so vielfältig sind die praktischen Vorkehrungen - und doch bleibt restlose Sicherheit eine Illusion. Mit welchen Bedrohungen und Risiken menschliche Gesellschaften zu tun haben und welche Strategien sie dagegen einsetzen, zeichnet Wolfgang Sofsky nach. Sein Essay führt von der emotionalen Bedeutung alltäglicher Unsicherheiten über soziale Gefahren, wirtschaftliche Marktrisiken und staatliche Sicherheitsgarantien bis zu den neuen Kriegsszenarien. Er handelt nicht nur vom Umgang mit den Gefahren und deren institutioneller Einhegung, sondern auch von dem hohen Preis, der für eine Politik umfassender Sicherheit zu entrichten ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2006

Rundum gelungen findet Klaus Peter Krause diesen Essay über die Sehnsucht nach Sicherheit und ihren Preis, den Wolfgang Sofsky verfasst hat. Eingehend referiert er die Ausführungen des Autors über die Gefährdungen und Risiken, denen unsere Gesellschaften ausgesetzt sind, ihr Streben nach totaler Sicherheit und die daraus resultierenden negativen Folgen für die Freiheit. Krause versteht das Buch im Grunde als ein "Plädoyer für die Freiheit". Den Warnungen des Autors, nicht zuviel Freiheiten für zuviel Sicherheit hinzugeben, kann er sich nur anschließen. Doch Sofky beeindruckt Krause nicht nur mit "klugen Gedanken". Auch sein linguistisches Können hat es dem Rezensenten angetan. So lobt er die Sprache des Essays als "prägnant", den Stil als "glänzend" und die Darstellung insgesamt als "scharfsinnig".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2006

Als "radikales Traktat zur geistigen Situation unserer Zeit" würdigt Rezensent Claus Leggewie diesen Essay über das "Prinzip Sicherheit", den der Soziologe Wolfgang Sofsky verfasst hat. Er bescheinigt dem Autor ein hohes Maß an Eigensinn sowie die strikte Ablehnung eines Zeitgeists, der den Übeln der Gegenwart nur passiv begegnet. Interessiert verfolgt er Sofskys Ausführungen über die weit verbreitete Paralyse und Ängstlichkeit angesichts zahlloser Risiken, Gefahren und Katastrophen in der globalisierten Welt. Der hilfesuchende Blick auf den Staat hilft hier nicht weiter. Leggewie hebt Sofskys kritischen Blick auf den Staat als traditionellen Garanten von Sicherheit und Ordnung hervor. Dieser biete in seiner gegenwärtigen Verfassung keinen Schutz, sondern werde selbst zu einem Unsicherheitsfaktor, indem er etwa mit der Begründung der Terrorbekämpfung Züge eines legalen Polizeistaates annehme. Sofskys Konsequenz findet Leggewie in einem starken Plädoyer für mehr Mut und Courage bei jedem Einzelnen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.12.2005

Schwerer Verriss! Wolfgang Sofskys Buch ist eine "intellektuelle Kapitulation ohne Beispiel", schreibt der "bitter enttäuschte" Rezensent Hans-Martin Lohmann. Denn Sofsky entwickle keine neuen Ideen zur Ausbalancierung von Sicherheitsbedürfnis und Freiheitsgedanke, sondern male lieber genussvoll immer neue Schreckensszenarien aus. Da stünden dann Menschen - zum Beispiel nach Terrorattentaten - heulend und zähneklappernd vor den Trümmern, statt einfach zu begreifen, dass es absolute Sicherheit nun mal nicht gibt, ärgert sich der Rezensent. Ihm geht Sofskys "Attitüde des Alles-schon-gewusst" auf die Nerven.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2005

Kein gutes Haar lässt Rezensent Andreas Rosenfelder an Wolfgang Sofskys neuem Werk über das "Prinzip Sicherheit". Dabei hat er im Grunde nur einen Einwand, den er allerdings vielfach variiert. Er findet das Buch schlicht substanzlos, erfahrungsarm, tautologisch und gedankenleer, dafür voll von Allgemeinplätzen und billigem Kulturpessimismus. Mit zahlreichen Zitaten ("Wäre die Zukunft bekannt, gäbe es weder Risiken noch Entscheidungen" oder "Unglück stürzt den Menschen in Ratlosigkeit" usw. usf.) belegt Rosenfelder seine Vorwürfe. Er beurteilt Sofskys Text als eine "fast lückenlose Reihe gedanklicher Klischees." Peinlich findet er vor allem den Gestus, mit dem der Autor auftritt, wenn er seine Plattitüden in die "Atmosphäre furchtlosen Denkens" hülle. Sofskys "Prinzip Sicherheit" trete auf als "Manifest eines politischen Meisterdenkertums", das ohne Thesen auskomme und die Welt bestenfalls noch als Anlass benötige. Rosenfelder sieht jedoch hier den "Kulturkritiker in seiner unangenehmsten Ausprägung" auftreten, urteilt der Rezensent. Sofsky sei in diesem Aufsatz leider nichts weiter als ein "Schwadroneur, der empiriefreie Gemeinplätze zum gedanklichen Gefahrengut erklärt".
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