Die Autorin und Dokumentarfilmerin Marita Neher recherchierte, was die Antiterrorgesetzen und ihre Folgen wirklich für uns und unsere Gesellschaft bedeuten und zeigt eindrücklich anhand verschiedener Fälle, wie ganz gewöhnliche Bürger in das Netz des Antiterrorkampfes gerieten, die entweder völlig unschuldig waren oder sich nur relativ geringer Vergehen schuldig gemacht hatten. Ein beunruhigender Einblick in eine Realität, in der im Namen der Sicherheit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sehenden Auges ausgehöhlt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2013
Recht hat die Autorin mit ihrem Appell, für die Sicherheit des Bürgers nicht dessen Freiheit über Bord zu werfen, auf jeden Fall, meint Hans Ehlert. Wenn die Dokumentarfilmerin Marita Neher jedoch anhand von Interviews mit Politikern, Juristen und Verfassungsschützern und Fallbeispielen von Zivilisten, die ins Fadenkreuz des Kriegs gegen den Terror geraten sind, ihre Argumente und Forderungen formuliert, beschleichen den Rezensenten Zweifel, ob dabei nicht ein allzu holzschnittartiges Bild entsteht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2013
Was Überwachung konkret bedeuten kann, erfährt Daniel-C. Schmidt im Buch der Dokumentarfilmerin Marita Neher anhand von Gesprächen, die die Autorin mit Betroffenen geführt hat. Der Aufruf der Autorin zu mehr Rechtsstaatlichkeit statt noch mehr Überwachung hat für Schmidt allerdings auch seine Schwächen. So empfindet der Rezensent die erzählten Geschichten als zu fragmentarisch, als dass dem Leser die Unschuld der Betroffenen unmittelbar einleuchtete. Ein für Schmidt akzeptables Reflexionsniveau erreicht der Text erst im letzten von vier Kapiteln. Hier geht dem Rezensenten unmittelbar auf, wie eng die Interessenverbindungen zwischen Politik, Wirtschaft und Industrie in Sachen Sicherheit wirklich sind.
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