Wolfgang Blösel liefert eine kenntnisreiche Darstellung, die von den mythischen Anfängen Roms in der Königszeit bis zum Untergang der Republik in den Stürmen der Bürgerkriege reicht. Die Ständekämpfe zwischen Patriziern und Plebejern, die Entwicklung des römischen Ämterwesens, Konflikte mit mächtigen Gegnern - nicht zuletzt mit Karthago - und der Konkurrenzkampf innerhalb der aristokratischen Elite bilden weitere Schwerpunkte seiner Darstellung. Sein besonderes Augenmerk liegt schließlich auf dem Zerbrechen der Solidarität in der Führungsschicht und dem Aufstieg von Protagonisten wie Pompeius und Caesar, die das Ende der Republik befeuern, aus dem Octavian siegreich hervorgeht und als Augustus mit dem Prinzipat eine neue Herrschaftsform etabliert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.08.2015
Fasziniert von Rom greift Simon Strauß zum Buch des Althistorikers Wolfgang Blösel, der ihm den Blick auf das Innere der Macht bietet, auf die republikanische Ordnung. Der Autor erkennt das Forum als Ursprung der römischen Expansion, genauer das Streben der Magistrate, die inneraristokratische Konkurrenz, erläutert der Rezensent. Die sozialen und innenpolitischen Voraussetzungen der römischen Eroberungsfeldzüge kann ihm der Autor darlegen und auch die langsame militärische Dequalifizierung der Noblen, die zum Untergang führte. Ereignisgeschichte paraphrasierend bietet der Autor dem geduldigen Leser, wie Strauß meint, alles in allem überzeugende Thesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2015
Über den Verlauf der römischen Kriege wird Uwe Walter bei Wolfgang Blösel ausführlich informiert. Wenn Blösel die Römer als vertragsbrüchig und insgesamt eher postheroisch darstellt und die Expansionsdynamik der Republik aus der stadtstaatlischen Struktur und mit der Nobilität erklärt, die sich, wie ihm der Autor zeigen kann, schließlich selbst erledigte, findet der Rezensent die Quellen sparsam zitiert und durch den Autor einen neuen Akzent gesetzt. Präzise, gedankenreich und originell scheint Walter, was Blösel an Neuem wie Bekanntem behandelt, in tradiitioneller Form, wie er meint, auf hohem Niveau.
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