Wolfgang Schuller

Cicero oder Der letzte Kampf um die Republik

Eine Biografie
Cover: Cicero oder Der letzte Kampf um die Republik
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406651786
Gebunden, 255 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Seinen Zeitgenossen galt Ciceros Sprachkunst als Latein in höchster Vollendung. Doch war für ihn selbst rhetorische Meisterschaft stets nur Mittel seines politischen Lebenszwecks: Erhalt und Verteidigung der Römischen Republik. Für dieses Ziel hat er mit äußerster Hingabe gekämpft und sein Leben geopfert. Wolfgang Schuller erzählt die dramatische Geschichte des Marcus Tullius Cicero, der für seine politischen Ideale zu sterben bereit war und dadurch unsterblich wurde: Geboren 106 v. Chr. - Ritter, Rhetor und Jurist - wird Cicero im Jahre 63 Konsul und deckt die Verschwörung des Catilina auf. Dann stellt sich der Vater des Vaterlandes gegen die autokratischen Bestrebungen Caesars, unterstützt Octavian, wird von ihm verraten und, längst auf verlorenem Posten kämpfend, im Jahr 43 von den Gefolgsleuten des Marcus Antonius ermordet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.11.2013

Als Anlass Cicero zu lesen, nimmt Simon Strauss die von dem Konstanzer Althistoriker Wolfgang Schuller verfasste politische Biografie über den römischen Politiker, Philosophen und Redner. Das Buch aber macht ihm auch bewusst, dass das letzte Wort zu Cicero noch längst nicht gesprochen ist, sieht er Schuller in seinem Versuch, Cicero moralisch zu rehabilitieren, doch mitunter übers Ziel hinausschießen. Strukturgeschichtlich prägnant allerdings weist ihn der Autor in die römische Sozial- und Verfassungsgeschichte ein, spurtet durch die Lebensgeschichte und bietet laut Strauss dabei inspiriert anmutende, spannend zu lesende Kapitel, etwa zur Catilinarischen Verschwörung. Oder aber er rührt den Leser durch Anteilnahme am Tod von Ciceros Tochter. Schade, dass die Schriften des Meisters so stiefmütterlich behandelt werden, meint Strauss. Aber da kümmert er sich, wie gesagt, gleich mal selber drum.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.11.2013

Dass sich der Autor an Cicero als Staatsmann heranwagt, findet Hans-Albrecht Koch famos, scheiden sich bei diesem Thema doch die Geister. Wenn der Historiker Wolfgang Schuller nun mit stilistischer Verve und aus Briefen von Freunden und Familie des großen Römers zitierend, wie Koch anmerkt, loslegt, Cicero auch als politisch verantwortungsvoll Handelnden auszuweisen, so freut das den Rezensenten. Wenn der Autor dabei auch den kaum beachteten Dichter Cicero zu Wort kommen lässt, umso besser, findet Koch. Als Anregung, wieder einmal Cicero zu lesen und von dort her auf unser Europa zu blicken, eine rundum gute Sache, meint er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2013

Etwas enttäuscht ist Uwe Walter von dieser Cicero-Biografie des gelernten Juristen Wolfgang Schuller. Dass der an Carl Schmitt geschulte Autor keine schmittianische Interpretation der römischen Republik wagt, scheint er richtig schade zu finden. Wenn der Autor stattdessen mittels klarer Perspektive, Mut zur Vereinfachung und chronologischer Akkuratesse die biografische Aufgabe abhandelt und eine neue Interpretation meidet, vermisst der Rezensent die gelehrten Debatten ein wenig, und möchte, so scheint es, am liebsten ein bisschen an dem makellos positiven Urteil des Autors kratzen.
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