Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist von Extremen geprägt, von gezieltem Massenmord und massenhafter Vertreibung, wie sie bis dahin in der Geschichte nicht vorgekommen waren. Wolfgang Benz untersucht die ideologischen Grundlagen von Rassenhass, Völkerfeindschaft und insbesondere Antisemitismus und beleuchtet Entwicklung und Folgen von "Ethnischer Säuberung" und Vernichtungskrieg. Die brutale Niederschlagung des "Herero-Aufstandes" 1904 - 1908/09, der Mord an den Armeniern 1920/21, der Genozid an Sinti und Roma sowie der Holocaust bilden die Schwerpunkte. Der Heimatverlust vieler Millionen wird an der erzwungenen Emigration europäischer Juden und an Flucht und Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt. Den Abschluss bilden die "ethnischen Säuberungen" auf dem Balkan in den neunziger Jahren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2006
Überzeugend findet Robert Stockhammer diesen Band mit Aufsätzen zum Thema Genozid, den Wolgang Benz vorgelegt hat. Das Buch verdeutlicht für ihn, dass vergleichende Genozid-Forschung nicht auf eine Relativierung des Holocaust hinauslaufen muss. Manche der gewaltsamen Ereignisse des 20. Jahrhunderts sehe Benz im Rahmen der klassischen Definition des Genozids durch eine UN-Resolution von 1948, andere diskutiere er als Grenzfälle. Dabei unterstreicht Stockhammer, dass Benz ausdrücklich keine Typologie der Genozide entwickelt. Einen wichtigen Akzent der Aufsätze sieht er zudem in Benz' Beschäftigung mit der Rezeptionsgeschichte von Völkermorden.
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