Wolfgang Benz (Hg.)

Handbuch des Antisemitismus

Band 1: Länder und Regionen
Cover: Handbuch des Antisemitismus
K. G. Saur Verlag, München 2008
ISBN 9783598240713
Gebunden, 443 Seiten, 79,95 EUR

Klappentext

Das Handbuch des Antisemitismus versammelt das vorhandene Wissen zum Phänomen der Judenfeindschaft ohne zeitliche und räumliche Begrenzung, Antisemitismus als ältestes religiöses, kulturelles, soziales und politisches Vorurteil wird in allen Aspekten dargestellt und erläutert: als Einstellung, als Politikmuster, als Instrumentalisierung von Emotionen, als Aggression vom Pogrom bis zum Genozid. Terminologische Probleme und Theorien der Antisemitismusforschung werden ebenso dargestellt wie Ereignisse und Sachkomplexe, Organisationen und Publikationen. Auch die Wirkungsgeschichte des Antisemitismus wird in Beiträgen über Film, Theater, Literatur und Kunst berücksichtigt. Die Verfasser sind international renommierte Historiker, Politologen, Sozialwissenschaftler, Psychologen, Literaturwissenschaftler und andere ausgewiesene Fachleute, die den aktuellen Stand der Forschung präsentieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2009

Auch wenn Rezensentin Renate Nimtz-Köster zu keinem dezidierten Urteil kommt, kann man ihrer Besprechung doch entnehmen, dass sie dieses umfassende Werk zum Antisemitismus beeindruckt hat, das der Direktor des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung nach jahrelanger Planung nun herausgegeben hat. Dieser erste Band bringt 65 internationale Autoren zusammen, Historiker, Soziologen, Politologen und Ethnologen, die die Lage der Juden in den verschiedensten Ländern der Welt beschreiben. Beziehungsweise den Stand des Antisemitismus, denn auch wenn es wie in Japan in in einem Land überhaupt keine Juden gäbe, würden Ressentiments und Verschwörungstheorien sprießen. Auf solch überraschende Einblicke ist Nimtz-Köster immer wieder jenseits der bekannteren Regionen gestoßen, weshalb wir ihre Kritik als Empfehlung lesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2009

Andrea Löw empfiehlt diesen ersten Band des Handbuchs des Antisemitismus, das sie "grundlegend" findet. Selbst ein bereits in die Thematik vertiefter Leser lerne hier viel Neues, ist sich Löw sicher, und "hochaktuell" sei das Sujet sowieso. Der erste Band also, erfahren wir, beschäftigt sich mit Ländern und Regionen, in denen Judentum und Antisemitismus zu finden sind. Die Rezensentin zeigt sich beeindruckt von der "geografischen Vielfalt", mit der in 85 Artikeln jeweils die Geschichte der Juden, die Entwicklung der antijüdischen Ressentiments und die aktuelle Situation dargelegt werden. Die Gegenüberstellung verschiedenster Länder wie Jamaika oder Japan ermögliche dabei Vergleiche und einen "beeindruckenden" Überblick. Besonders frappierend fand Löw die Tatsache, dass sich in ganz unterschiedlichen Kulturkreisen immer wieder die gleichen antisemitischen Muster entwickelt haben. Ungeduldig erwartet die Rezensentin nun die Veröffentlichung der anderen vier Bände des Handbuchs; den zu "Begriffen, Ereignissen und Theorien" hätte sie gerne schon bei der Lektüre zur Hand gehabt.

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