Cem Özgönül

Der Mythos eines Völkermordes

Eine kritische Betrachtung der Lepsiusdokumente sowie der deutschen Rolle in Geschichte und Gegenwart der 'Armenischen Frage'

Klappentext

"Der Mythos eines Völkermordes" ist der erste von zwei Bänden, die weitenteils auf der Grundlage einer Primärquellen-Forschung zum Themenkomplex "Armenische Frage" entstanden sind. Der Schwerpunkt dieses ersten Bandes liegt auf einer methodischen, wie auch inhaltlichen Analyse der deutschen Quellen der armenischen Genozidthese, sowie einer umfangreichen Kritik ihrer Aufbereitung und Perzeption im gegenwärtigen historisch-wissenschaftlichen, wie auch gesellschaftspolitischen Diskurs.
Die erste und bis vor kurzem einzige umfangreiche Edition der deutschen Dokumente war jene von Johannes Lepsius, erschienen 1919 unter dem Titel "Deutschland und Armenien 1914-1918 - Sammlung diplomatischer Aktenstücke". Lepsius hatte die Dokumente in seiner Edition jedoch weitreichend manipuliert. Tatsächlich bestand ein weiteres, gewichtiges Manipulationsmotiv in einer massiven Belastung der Jungtürken, sowie einer nicht minder weitreichenden Entlastung der Armenier. Die Analyse dieser Manipulationen, sowie ihrer Hintergründe steht im Mittelpunkt dieser Arbeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Kritisch betrachtet Florentine Fritzen diese Arbeit des türkischstämmigen Historikers Cem Özgönül, der den Völkermord an den Armeniern 1914-1918 als "Mythos" zu entlarven versucht. Sie unterstreicht die Bemühung des Autor, sich seriös und quellenkritisch zu geben. Sein Umgang mit Vertretern der herrschenden wissenschaftlichen Meinung spricht für sie allerdings einen andere Sprache, werden sie doch allesamt als dogmatisch und voreingenommen abgestempelt. Die Argumentation Özgönüls, Johannes Lepsius habe seinerzeit Dokumente aus den Akten des Auswärtigen Amt nicht nur zugunsten der Deutschen, sondern vor allem zu Gunsten der Armenier verfälscht, hat Fritzen ebenfalls nicht überzeugt.
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