Bearbeitet von Angelika Königseder. Zum Wesen nationalsozialistischer Herrschaft gehörte das System des Terrors, das in der Regie der SS ganz Europa mit einem Netz von Konzentrationslagern überzog. Insgesamt existierten 24 Hauptlager mit ungefähr 1000 Außenlagern, in denen Menschen als Regimegegner, als religiöse und kulturelle Minderheit, als "Asoziale", als Widerstandskämpfer, als "rassisch" Unerwünschte verfolgt, gequält, als Arbeitssklaven ausgebeutet und vernichtet wurden. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden im gesamten Deutschen Reich Konzentrationslager eingerichtet. Obwohl die meisten der etwa 100 frühen Konzentrationslager nach wenigen Monaten aufgelöst wurden, stellten sie einen wesentlichen Schritt zur Stabilisierung des NS-Regimes dar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2005
Erhellend findet Rezensent Dieter Pohl dieses von Wolfgang Benz und Barbara Distel herausgegebene lexikalische Handbuch, das über die Geschichte der frühen Nazi-Konzentrationslager informiert. Der Band verschaffe einen Überblick über drei Typen von Lagern, die in den Jahren 1933 bis 1936 entstanden: 85 der improvisierten Lager, die heute meist in Vergessenheit geraten sind, das KZ Dachau mit seinem expandierenden Filialsystem sowie die 15 Emsland-Lager. Als "prägnant" lobt Pohl die einzelnen Artikel, die die wichtigsten Aspekte der jeweiligen Lagergeschichte darstellen und auch Quellen- und Literaturhinweisen bieten. Er hebt hervor, dass sich der Band durchweg durch originäre Forschung mit bisher kaum benutzten Quellen auszeichnet. "Wer sich mit der Frühphase des nationalsozialistischen Terrors beschäftigt", resümiert der Rezensent, "wird in Zukunft zu diesem Band greifen müssen, um sich einen Überblick zu verschaffen".
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