Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2000
"Wichtig!" und "endlich!" lauten die Ausrufe angesichts dieser Studie über die Naziherrschaft in Polen, die nun ins Deutsche übertragen wurde. Zweifel an der Berechtigung eines solchen Unternehmens immerhin fünfzehn Jahre nach Publikation der polnischen Originalausgabe weiß Josef Henke mit dem Hinweis auf eine in Polen schon vor der Wende von 1989 herrschende Freiheit und Gewissenhaftigkeit im Bereich der historischen Forschung zu zerstreuen. Borodziejs Darstellung der Geschehnisse im polnischen Distrikt Radom verdiene eine breite Rezeption zum einen auf Grund ihrer Pars-pro-toto-Methode, die der Autor auch zu reflektieren wisse, zum andern wegen ihrer "systematischen", aber keineswegs abstrakten Beschreibungen sowohl des deutschen Sicherheitsapparats und seiner Rolle in der Besatzungspolitik wie auch der facettenreichen polnischen Widerstandsbewegung. Kritisch anzumerken, so Henke, sei lediglich eine gewisse "Überfülle" an Information und der Umstand, dass wichtige seit der Ersterscheinung des Buches 1985 erschienene Titel zum Thema weder diskutiert noch erwähnt würden.
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