Marek Edelman

Erinnerungen an das Warschauer Ghetto

Das Ghetto kämpft
Cover: Erinnerungen an das Warschauer Ghetto
Reclam Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783150114667
Gebunden, 262 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Ewa und Jerzy Czerwiakowski. Marek Edelman war einer der bekanntesten Untergrundaktivisten im Warschauer Ghetto. Edelmans ganz persönliche Erinnerungen an den Ghettoalltag wurden allerdings erst Jahre nach seinem Tod entdeckt. Nun liegen seine Memoiren erstmals in deutscher Übersetzung vor. Mit großer Klarheit und unerschütterlichem Humor erzählt Edelman von Elend und Unterdrückung, aber auch vom Kampfgeist und der Findigkeit all jener, die sich gegen die NS-Gewalt zur Wehr setzten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.10.2024

Marek Edelmann war im Warschauer Ghetto einer der wichtigen Anführer des Aufstands, weiß Rezensentin Rosa Budde, als einer der wenigen hat er überlebt und schon kurz nach dem Krieg einen Bericht über die Tätigkeiten der Jugendorganisation der Jüdischen Kampforganisation veröffentlicht. Darin geht es beispielsweise um die "Organisationsstruktur des Widerstands", aber auch um die sozialistischen Werte, die der Bund vertreten hat, erfahren wir. In einer Welle des Antisemitismus in Polen hatte Edelmann 1967 seinen Job verloren und erneut, diesmal persönlicher und an seine Frau gerichtet, darüber geschrieben, wie es im Widerstand war, als Herausgeber illegaler Zeitungen, von der Verzweiflung, Gefahr und Erschöpfung, so Budde. Dieser zweite Bericht erscheint nun erstmals auf Deutsch, schließt die beeindruckte Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.08.2024

Mit diesem Band liegt laut Rezensent Jens-Jürgen Ventzki eine wichtige Ergänzung zur Literatur über das Warschauer Ghetto vor. Es handelt sich um die Erinnerungen Marek Edelmans, eines Juden, der im dort lebte und als Mitglied des sozialistischen Bund gegen die deutschen Unterdrücker kämpfte. Ventzki zeichnet zunächst mit Edelman die Geschichte des Bund sowie des Widerstands im Ghetto nach - unter anderem versuchten die Aktivisten, die Bewohner zu warnen, als die Vernichtungstransporte in Richtung Treblinka einsetzten. Edelman, der 1943 aus dem Ghetto fliehen konnte und seine Erinnerungen 1945 verfasste, schreibt laut Rezensent nüchtern und klar, was freilich die dargestellten Schrecken nicht weniger beklemmend macht. Der Text lehrt nicht nur Neues über den Widerstandskampf im Ghetto, meint Ventzki, sondern fügt sich auch zum Porträt einer eindrücklichen Persönlichkeit, eines Menschen, der gegen die Vernichtung der Juden und für den Sozialismus kämpfte. Ein Buch, das Ventzki zeigt, wie wichtig Erinnerung ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.05.2024

Eindrückliche Berichte über Leben und Widerstand im Warschauer Ghetto während der Naziherrschaft enthält dieses Buch laut Rezensent René Schlott. Mark Edelmann hat sie, basierend auf eigenen Erinnerungen 1967/68 verfasst, erfahren wir, damals blieben sie unveröffentlicht. Dargestellt werden unter anderem, so der Kritiker, die alltäglichen Repressionen von Seiten der Deutschen, denen die jüdischen Ghetto-Bewohner ausgesetzt waren, aber auch Widerstandsaktivitäten, etwa in Form klandestiner Zeitschriften sowie Rettungsaktionen, die Einzelne vor der Vernichtung bewahren konnten. Ein wichtiges, eindringliches Dokument, schließt der Rezensent.