Immer neue Elefantenhochzeiten, immer spektakulärere Konzernzusammenschlüsse, immer gigantischere Summen für Übernahmen und Fusionen. Winfried Wolf belegt die wirtschaftlichen Risiken, die destruktiven Folgen und den parasitären Charakter dieses großen Fressens und verweist auf dessen Endlichkeit, die sich in etlichen Bereichen mit branchenweiten Oligopolen bereits abzeichnet.
Zwei Bücher zur grassierenden Konzern-Fusionitis und den Kontrollmöglichkeiten, die die Nationalstaaten darüber haben, rezensiert Hermannus Pfeiffer. 1) Winfried Wolf: "Fusionsfieber" (Papyrossa) In seinem spannenden Buch "Fusionsfieber", so Pfeiffer, spreche PDS-MDB und Sozialwissenschaftler Winfried Wolf allen Zweiflern Mut zu: Die Großkonzerne besännen sich wieder auf ihre nationalen Wurzeln und gerierten sich keineswegs als die "staatenlosen Gesellen", für die sie immer gehalten werden. Für diese These gelinge Wolf sogar eine schlagende empirische Bestätigung, indem er die Besetzung der Chefsessel, die Hauptproduktionsstätten, und die häufig intranational verlaufenden Fusionen multinationaler Konzernen dokumentiere. 2) "Ordo. Band 51" (Lucius&Lucius) Wolfs These erhalte überdies Unterstützung auch von rechten Kapitalismuskritikern wie etwa Jürgen Schrempp und den Wirtschaftswissenschaftlern der ordoliberalen Schule. Auch sie halten das Fusionsfieber für äußerst ungesund. In ihrem 51. Jahrbuch, das Pfeiffer theoretisch überaus anregend findet, sähen die Ordoliberalen "die arbeitsteilige Wirtschaft und die Freiheit" gefährdet und dringenden Handlungsbedarf der Politik - zumindest bei Megafusionen -, damit wir nicht in einer "neuen Feudalgesellschaft" enden.
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