Henry Kaufmann, der in den USA als "Dr. Doom" (Dr. Miesepeter) berühmt wurde, veröffentlicht hier seine zum Teil skeptische und kritische Sicht der heutigen Weltfinanzmärkte. Seine Erkenntnisse beruhen auf einer Analyse, die insbesondere folgende Entwicklungen im Visier hat: die Amerikanisierung der globalen Wirtschaft und Finanzen, die Dominanz der Federal Reserve Bank, die Ausweitung der Finanzierungsinstrumente, die mangelnde Kontrolle der Finanzinstitute, und die unzureichende internationale Kooperation. Aus der Analyse dieser Entwicklungen zieht Kaufmann am Schluss seines Buches Lehren für die Zukunft und entwirft ein Bild des Bank- und Finanzwesens für die nächsten 50 Jahre, das von grundlegendem Optimismus geprägt ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2001
Für den Rezensenten mit dem Kürzel "Gy" ist dieses Buch eine Mischung zwischen Autobiografie und Lehrbuch der besonderen Art. Denn in die Erzählung seiner Lebensgeschichte, die "keineswegs geradlinig der Zeitachse" folge, habe der Autor immer wieder Exkurse eingefügt, die nicht in direktem Bezug zu seiner Biografie stehen und die auf "Gy" bisweilen ein bisschen den Eindruck machen, als ob Kaufman einige seiner Vorträge und Artikel für diesen Zweck eigens umgearbeitet hätte. Diese Exkurse erscheinen dem Rezensenten wie Lektionen, so dass das Buch insgesamt eben doch auch ein Lehrbuch sei: "ein Lehrbuch, in dem das Lernen im Leben, nicht in der Schule stattfindet". Das scheint dem Rezensenten durchaus zu gefallen, und er würde das Buch insgesamt als "eine Art Ideengeschichte der Finanz- und Kapitalmärkte" bezeichnen.
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