Die Auswirkungen der Globalisierung sind heute in allen Bereichen unseres Lebens spürbar, und die Kritik daran wird immer lauter. George Soros nimmt die Einwände der Globalisierungsgegner ernst, wenn er auch ihre Schlußfolgerungen nicht teilt. Aus seiner genauen Kenntnis der internationalen Finanzsituationen heraus entwickelt er eine Fülle konkreter Vorschläge zur Reform des Weltwirtschaftssystems.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2002
Otto Singer bespricht das neueste Buch von George Soros, wieder einmal eine "Streitschrift gegen den Markt-Fundamentalismus", die diesmal allerdings unter Einbeziehung zahlreicher Experten entstand, mit denen er den geplanten Inhalt des Buches erörterte. Seine Argumentation allerdings sei eine "schillernde", so Singer. Diese harsche Kritik begründet er mit der Tatsache, dass Soros einerseits die Globalisierung nicht für alles Elend der Welt verantwortlich machen möchte, andererseits aber die Ansicht vertritt, dieses rühre von den globalen Strukturen her. Ebenfalls kritisiert er die Argumentation, wenn sich Soros einerseits als absoluter Befürworter der Globalisierung darstellt, was er mit deren "Freiheitsmöglichkeiten" begründet, andererseits aber die Ansicht äußert, dass in den verschiedensten Bereichen ein "fundamentaler Wandel der Wertvorstellungen erforderlich" sei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2002
Was hat der "großherzige Stifter" und "geniale Spekulant" George Soros nur mit diesem Buch verzapft, fragt sich Werner Mussler. Diesem "interaktiven Werk" - Soros hatte rund tausend Exemplare einer Rohfassung des Buchs vor Drucklegung an "viele berühmte Menschen" zur Kommentierung geschickt und deren Anmerkungen in die Endfassung aufgenommen - kann der Rezensent fast nichts abgewinnen. Beim Leser stellt sich schnell der Eindruck ein, so Mussler, dass Soros beim Zusammenbasteln einige Textbausteine durcheinandergeraten seien, außerdem wimmle der Band vor "zahllosen Widersprüchen", habe eine "teilweise katastrophale Übersetzung" und keine "wahrnehmbare redaktionelle Betreuung" erfahren, schimpft der Rezensent. Was Soros dem Leser hier zumute, sei, so Mussler weiter, "eine bunte Mischung" aus Klagen über den "Marktfundamentalismus" und "Lobeshymnen auf das freie Unternehmertum". Analytische Schwächen, ärgerliche Redundanzen und abenteuerliche Reformvorschläge, wie etwa die Umleitung von "Sondererziehungsrechten" in die Entwicklungshilfe rundeten das zusammengezimmerte Machwerk ab. Insbesondere diese Idee einer Bekämpfung der Armut erscheint dem Rezensenten höchst zirkusreif. Wie ein Zauberkünstler halte Soros dem Leser hier ein Kaninchen vor die Nase, das dieser zwar bestaunen könne, sich aber schnell der Illusion der Kunst bewusst werde.
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