Die gesellschaftliche Wirklichkeit drängt über die einzelnen Demokratien machtvoll hinaus. Von der Wirtschaft über Wissenschaft und Technik und von Völkerwanderungen über Umweltprobleme bis zu organisierter Kriminalität entsteht ein Handlungsbedarf, der nach einer weltweiten Rechts- und Staatsordnung verlangt. Otfried Höffe entwirft in diesem Buch den Gedanken einer komplementären, nämlich subsidiären und föderalen Weltrepublik, auf dass die Globalisierung nicht mit einer politischen Regression, dem Abbau von Demokratie, bezahlt werde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.1999
Als "Vertragstheoretiker", so Regina Kreide, betrachte der Autor sein Thema, und sie begrüßt es, dass er sich dabei weder auf die Seite der "Globalisierungsskeptiker", noch auf die der "Gloabalisierungseuphoriker" stellt. In seiner ausgewogenen Betrachtung weise Höffe dem Nationalstaat, anders als die neoliberale Schule, weiterhin eine zentrale Funktion zu. Kreide zeichnet nach, mit welchen Entscheidungsmechanismen Höffe Modelle staatlicher Willensbildung auf internationale Dimension heben will. Dabei kritisiert sie zweierlei: Höffe lege seinen Betrachtungen ein vorgefertigtes Menschenbild zugrunde, und er lasse die Frage offen, "wer in einer gestuften Weltrepublik darüber entscheidet, auf welcher Ebene was entschieden wird".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Mit grosser Anerkennung bespricht Georg Kohler in einer sehr detailierten Rezension Höffes Buch. Dabei lobt er vor allem Höffes Präzision in Aufbau und der Struktur des Buches wie auch in der Argumentation, seine dialektischen Fähigkeiten und die Tatsache, dass der Autor auch Einwänden und Gegenargumenten nie ausweicht, sondern - ganz im Gegenteil - sie ausführlich erörtert. Zwar findet Kohler Höffes Thesen von einem "föderalen Weltstaat" recht gewagt, jedoch seien Höffes Argumente dafür nicht zu widerlegen. "Kein zeitgeisteifriger Fast-food-Essay, sondern ein Stück gründlicher Philosophie, lohnt es Seite für Seite die konzentrierte Lektüre", lautet Kohlers Fazit.
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