Zurückgehend auf klassische vertragstheoretische und utilitaristische Vorstellungen von der Gesellschaft werden Staat und Wirtschaft zunehmend mittels des ökonomischen Nutzenkalküls wahrgenommen. Da der moderne Wohlfahrtsstaat zugleich als globales Muster für die Transformations- und die Entwicklungsländer dient, verwundert es nicht, daß die Weltbank unter der Signatur des Good Governance an einem Anforderungsprofil für Staat und öffentliche Verwaltung arbeitet und dabei auf die Institutionenökonomik zurückgreift. Der Autor zeigt, daß korrespondierend die Errungenschaften der Aufklärung des 18. und 19. Jahrhunderts, zuvorderst die Menschenrechte sowie Recht und Ethik, und die Politik an Bedeutung verlieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2001
Aufgrund seiner Interdisziplinarität kann Indira Gurbaxani diesen Band Lesern aus "Praxis und Wissenschaft, Ökonomen, Politikern und Juristen" durchaus empfehlen. Theobald vertritt die These, wie die Rezensentin erläutert, dass der Staat auch in der globalisierten Welt keineswegs überflüssig und gerade für "Transformations- und Entwicklungsländer" von besonderer Bedeutung ist. Als Beispiel führe der Autor mehrfach die Region der südlichen Sahara an, um die Bedeutung des Staates deutlich zu machen. Gut scheint der Rezensentin zu gefallen, dass Theobald auch vor kritischen Anmerkungen nicht zurückscheut, etwa was die Rolle der Weltbank betrifft und damit verbunden Vorwürfe wie 'Entwicklungsimperialismus' und 'Neokolonialismus'. Insgesamt - "trotz seiner Dichte" - ein lesenswertes Buch, so Gurbaxani.
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