Eine Veröffentlichung des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte. Unter einem "modernen Recht" verstehen wir eine Rechtspraxis, zu deren Blickwinkel nicht nur Texte gehören, sondern auch Ereignisse, ein Rechtsbewusstsein, das sich der Wechselwirkung der Rechtsnormen mit sozialen Normen und mit politischen Entwicklungen bewußt ist und sich deshalb dieser Zusammenhänge systematisch vergewissert. Aus der Geschichte der Modernisierung des Rechts kann man lernen, dass Modernisierungsprozesse sich erst nach und nach formieren, dass sie erst spät ans Licht kommen, dass sie widersprüchliche Züge haben können, die sich nicht zueinander fügen. Sie bedürfen einer permanenten sorgfältigen Beobachtung und der wachen Bereitschaft, Entwicklungen zu markieren und notfalls aufzuhalten. "Modernisierung" tritt in der Theorie und in der Praxis des Rechts heute in vielen Erscheinungsformen auf. Sie werden in diesem Band präsentiert. Sie reichen von Rechtsgebieten über rechtliche Instrumente bis hin zu Problemkonstellationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2007
Die Kluft zwischen Theorie und Praxis reißt der Autor nicht unnötig weiter auf. Dem Rezensenten Christoph Möllers gefällt das. In Winfried Hassemers Textsammlung sieht er die seltene Chance für alle Interessierten, juristische Argumentation in Anwendungskontexten zu betrachten, ohne dabei den Zwang zu eindeutigen Antworten spüren zu müssen. Aporetisches, so legt Möllers nahe, kann Erkenntnisgewinn bedeuten, dann nämlich, wenn es durch "wache Überlegungen" und mit einem Händchen für "Problemzuspitzung" herbeigeführt wird, wie bei diesem Autor.
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