Werner Tübke

Mein Herz empfindet optisch

Aus den Tagebüchern, Skizzen und Notizen
Cover: Mein Herz empfindet optisch
Wallstein Verlag, Göttingen 2017
ISBN 9783835330368
Gebunden, 396 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Die Tagebuchauswahl aus fast fünfzig Jahren zeigt einen großen Künstler der Leipziger Schule bei der Arbeit, beim Nachdenken über sein Ich und die Welt. Ein bedeutendes kulturhistorisches Dokument. Werner Tübke war unbestreitbar einer der bedeutendsten deutschen Maler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit den siebziger Jahren arbeitete der Leipziger Künstler mit namhaften Galerien in Mailand, Paris, New York, in Westberlin und Bremen zusammen, große internationale Museen kauften seine Bilder. Als Auftragsmaler in der DDR war er nicht immer unumstritten. Sein bekanntestes Werk ist das 14 x 123 m große Bauernkriegspanorama im thüringischen Bad Frankenhausen, das bisher von fast 2 Millionen Besuchern bewundert wurde. Die insgesamt 26 privaten Tage- und Skizzenbücher, die der Künstler von 1950 bis 2001 führte, wurden nach seinem Tod entdeckt und werden hier zum ersten Mal veröffentlicht. Sie erlauben einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt des Künstlers. Tübke, der sich so konsequent geweigert hatte, seine Bilder zu kommentieren oder gar zu deuten, zeigt sich hier im Selbstgespräch, voller Zweifel und tastend auf der Suche nach dem eigenen Ich, nach dem, was er künstlerisch auf grandiose Weise ins Werk setzte. Er spricht skeptisch über die Zumutungen der Kulturpolitik, seine Verzweiflungen, Hoffnungen und Wirrungen, über seine biografischen und gesellschaftspolitischen Erfahrungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2017

Bertram Kaschek freut sich über die von Annika Michalski und Eduard Beaucamp herausgegebene Auswahl aus den Tagebüchern und Aufzeichnungen des Leipziger Malers Werner Tübke aus den Jahren 1954-2004. Kaschek bieten die "vorzüglich" edierten Texte Einblicke in das Welt- und Selbstverhältnis des Malers im Spiegel der Zeitläufe, in Tübkes Lehrtätigkeit, biografische Tief- und künstlerische Höhepunkte. Der Künstler auf der Suche nach sich selbst und seiner Stellung in der Gesellschaft begegnet dem Rezensenten hier, im Ton oft hochgestimmt, zugleich auch bereit zu Konzessionen an die Mächtigen. Für die Abbildungen im Band, vor allem die Zeichnungen aus den Skizzenbüchern, ist Kaschek den Herausgebern besonders dankbar, ebenso für die vielen hilfreichen Kommentare.

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