Walter Wenghöfer

Briefe und Gedichte

Castrum Peregrini Presse, Amsterdam 2002
ISBN 9789060341063
Broschiert, 296 Seiten, 34,50 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Bruno Pieger. Walter Wenghöfers poetologische Überlegungen, aber auch sein Versuch, als Dichter zu leben, sind seinen Briefen an Stefan George, Hanna und Karl Wolfskehl, Friedrich Gundolf und an die Berliner Freunde Georges eingeschrieben. Besonders die Briefe an Hanna Wolfskehl, das Herzstück der vorliegenden Ausgabe, zeichnen sich durch ein hohes Reflexionsniveau, persönliche Aussagen und grosse sprachliche Dichte aus. Wenghöfer, der sechs Wochen vor Ende des Ersten Weltkriegs den Freitod in der Elbe suchte, galt im George-Kreis als der Undurchdringliche, im Wachstum Gehemmte, an Vergangenheiten Gebundene. Seine dichterische Substanz war unbestritten. Von George ist der Ausspruch überliefert: "Wenghöfer habe zehn Jahre lang nichts getan, das habe er bewundert. Vielleicht brenne kein Feuer nutzlos, und wenn so einer, der nichts tut, über die Strasse geht, kann er mehr wirken als mancher Täter.?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2003

Angelika Overath schwärmt über dieses Buch nur in Superlativen: Das Buch mit Texten von Walter Wenghöfer sei nicht nur in der Ausstattung eines der schönsten der Saison, sondern auch eines der unzugänglichsten und gleichzeitig erstaunlichsten. Ein großes Lob geht an Bruno Piegers "einfühlsames" Vorwort und seine "detaillierten" Kommentare zu den Gedichten und Briefen. Es handelt sich hier um den ersten Band einer Reihe, die sich mit "Figuren um Stefan George" beschäftigt, erzählt die Rezensentin. Wer sich auf die Lektüre dieser Texte einlässt, so verspricht Overath, dem öffnen sie sich als Zeugnisse eines "bemerkenswerten, narzisstisch-tapferen Scheiternwollens" und der "seltsamen Epoche" des deutschen Symbolismus um die Jahrhundertwende. In der Tat scheint Wenghöfers Leben seltsam "ungelebt", wie Overath schreibt: Nach einer zehnjährigen Schaffensperiode im "engsten Kreis" um Stefan George versank er in der Sprachlosigkeit. In den Briefen an Hanna Wolfskehl, die das "Herzstück" der Ausgabe bilden, hat Overath gelesen, wie sehr Wenghöfer unter der unerfüllten Liebe zu der Verheirateten litt.