Stefan Georges Gedichtband "Der Stern des Bundes" ist eines der provokativsten und ungewöhnlichsten Werke in deutscher Sprache. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs entfaltet George hier soziale, religiöse, poetologische, persönliche, philosophische und sogar wirtschaftliche Fragen. "Der Stern des Bundes" galt als Voraussage kommender Katastrophen, als Warnung, als Anregung zu friedlicher und intimer Gemeinschaftsbildung im Angesicht großer Krisen und als Bekräftigung eines hoffnungsvollen Blicks auf eine gemeinsam erfahrene Welt. Krise und Gemeinschaft versammelt Einführungs- und Überblicksartikel, Beiträge zu wichtigen Worten aus dem Stern und Interpretationen zentraler Gedichte. Es richtet sich besonders auch an Leserinnen und Leser, denen der "Stern" noch fremd ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2017
Kai Kauffmann hätte gern mehr erfahren über die vermeintlichen Verbindungen zwischen der George-Kreis-Ideologie und dem Nationalsozialismus. Der von Christoph Fricker herausgegebene auf die Arbeit einer Bremer Studiengruppe zurückgehende Band bietet laut Kauffmann allerdings weniger kritische Auseinandersetzung, weltanschauliche Diskussionen und klare Positionierungen als vielmehr literatur- und kulturwissenschaftliche Erläuterungen der George-Poetik. Die durch den Titel geweckten Erwartungen nach einer eindeutigen Stellungnahme im gesellschaftspolitischen Meinungsstreit erfüllen sich für den Rezensenten nicht.
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