"realistisch sein das unmögliche verlangen" versammelt autobiografische Skizzen Walter Mossmanns aus den sechziger und siebziger Jahren. Der Titel erinnert an Graffiti aus dem Pariser Mai, dennoch hält Mossmann Abstand zur Achtundsechziger-Memorial-Industrie und beschreibt aus einer radikal subjektiven Sicht seine historischen Momente zwischen 1961 und 1979. Für ihn ist das wichtigste Datum nicht 1968, sondern 1973, als sein Denken und Handeln sich in eine neue Richtung quer zu allen Parteien entwickelt und er sich in Bürgerinitiativen und der Anti-Atomkraft-Bewegung engagiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.04.2009
Hans-Klaus Jungheinrich hat die autobiografischen Aufzeichnungen des Liedermachers Walter Moßmann sehr positiv aufgenommen. Vor allem die Nüchternheit, ja "wohltuende Sprödigkeit", mit der der Autor über 1968, die Zeit davor und danach schreibt, hat ihm gefallen. Er schätzt Moßmanns Verzicht auf Befindlichkeitskitsch und psychologisierende Introspektion. Angenehm findet er zudem, dass sich der Autor weder der Selbstanklage hingibt noch mit anderen abrechnet. Lobend äußert er sich außerdem über die "raffinierten Verschränkungen" von Lebensgeschichte und Liedertexten. Sein Fazit: "Die Nachgeborenen lernen einen Achtundsechziger-Akteur kennen, der sich nicht als den Nabel der Welt betrachtet."
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