Nachwort von Volker Böhnigk und Rainer Noske. Paul Feyerabend ist durch sein Diktum "Anything goes" berühmt geworden. Damit ist seine Philosophie aber keineswegs erschöpfend charakterisiert. Die hier erstmals ins Deutsche übersetzte Schrift von 1965 offenbart wesentliche Aspekte seines Denkens: Mythologie, Kosmologie und Metaphysik sind als Erklärungsmodelle "erlaubt", während ein radikaler Empirismus zu verwerflichem "theoretischen Monismus" führt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2002
Auch wenn es heute still geworden ist um den 1994 verstorbenen Philosophen Paul Feyerabend, gehören seine Arbeiten nach Einschätzung des Rezensent Manfred Geier noch immer zu den besten Darstellungen der wissenschaftlichen Praxis. Mit "Probleme des Empirismus" liegt Feyerabends bereits 1965 erschienene Arbeit zur Wissenschaftstheorie in einer deutschen Übersetzung vor. Geier findet darin Feyerabends grundlegende Einsichten, die er später entfaltete und radikalisierte. Unübersehbar sei dabei aber auch, dass die Stichworte von Popper souffliert wurden. Geier versteht Feyerabends Plädoyers für einen "theoretischen Pluralismus", für eine "Revolution in Permanenz", für die Bedeutungsänderung von Begriffen uswund so weiter als Ausführungen von Popperschen Ansätzen. Damit stellen Feyerabends "Probleme des Empirismus" nach Ansicht von Geier nicht nur eine Etappe Feyerabends auf dem Weg zum Anarchisten dar, sondern markieren auch ein Stadium in seinem Schaffen, in dem er sich noch zu seinem Lehrer Popper bekannte, bevor er ihn zu attackieren begann.
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