Vladimir Vertlib

Schimons Schweigen

Roman
Cover: Schimons Schweigen
Deuticke Verlag, Wien 2012
ISBN 9783552061842
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Warum haben der Vater und sein einst bester Freund Schimon dreißig Jahre kein Wort mehr miteinander gewechselt? In der Sowjetunion kämpften sie gemeinsam im Untergrund. Vertlib versucht dieses Rätsel auf einer emotionalen Reise nach Israel zu lösen, wo er als Kind zwei Jahre lang gelebt hat. Die Reise wird für ihn zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst. Seine Familie war, nachdem sie Israel enttäuscht verlassen hatte, im Wien der achtziger Jahre gelandet, wo die Waldheim-Affäre und der Umgang mit der Vergangenheit gerade die Gesellschaft entzweiten. Israel blieb für ihn das Land einer ambivalenten Sehnsucht, in dem sich die eigene brüchige Identität als Migrant, als Jude und als Österreicher russischer Herkunft spiegelte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2012

"Schimons Schweigen" ist für Sabine Berking das "vielleicht bisher beste Buch" von Vladimir Vertlib. Der autobiografisch gefärbte Roman erzählt für sie auf tragisch-komische Weise von einer jüdischen Spurensuche, von den Schwierigkeiten jüdischer Migranten in Israel und anderswo, von der inneren Zerrissenheit eines "Kosmopoliten wider Willen". Gekonnt verbinde der Autor in verschiedenen Erzählsträngen eine Reise in das heutige Israel mit dem Wien des Jahres 1986. Der Roman verdeutlicht nach Ansicht Berkings die Absurdität der nicht nur hierzulande grassierenden Debatten über Identitäts und Herkunft. Ihr Fazit: ein "kluges Buch".

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