Amy Dockser Marcus

Tempelberg und Klagemauer

Die Rolle der biblischen Stätten im Nahost- Konflikt
Cover: Tempelberg und Klagemauer
Deuticke Verlag, Wien 2001
ISBN 9783216304407
Broschiert, 335 Seiten, 25,51 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. In Tempelberg und Klagemauer untersucht Amy Dockser Marcus, wie die moderne Archäologie nicht nur unser Verständnis für die Heilige Schrift verändert, sondern auch das Bild des Nahen Ostens neu zeichnet. Mit einer Mischung aus Wissenschaft, Geschichte, Politik und Bibelforschung nimmt sie den Leser mit auf eine Reise durch die Bücher des Alten Testaments, und dabei legt sie verblüffende neue Entdeckungen über die Geschichte jener Zeit offen. "Tempelberg und Klagemauer" zeigt auch auf, dass die Bibel allen gehört; ihre Geschichten entwickeln sich mit jeder neuen Entdeckung weiter, und die Probleme, die den Nahen Osten heute belasten, haben ihre Wurzeln in biblischer Zeit - wo vielfach auch die Lösungen zu finden sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2001

Als ungemein spannendes Buch empfiehlt Joseph Croitoru diesen Bericht über den Stand der archäologischen Forschung im Nahen Osten, der sich im Spannungsfeld zwischen religiösen Mythen und handfesten politischen Konflikten, zwischen aktuellen Ausgrabungen und antiker biblischer Textüberlieferung ereignet. Amy Dockser Marcus ist amerikanische Journalistin und hat ihr Buch mit Interviews, Bibelzitaten, literarisierenden Reportagen und Fakten vollgeknallt , was zwar den Rezensenten manchmal irritiert, zugestandenermaßen jedoch zur Lebendigkeit des Textes beitrage. Als Leitfaden dient der Autorin die Frage, so Croiteru, inwiefern die antike Bibel mit den archäologischen Funden übereinstimmt - sie tut es öfter mal nicht, versichert der Rezensent, die Autorin bleibe die Erklärung dafür verständlicherweise schuldig. Spannend seien auch die Abschnitte, in denen die Autorin ihr Zusammentreffen mit ägyptischen und jordanischen Archäologen schildert, deren Erkenntnisinteresse stark von den politischen Konflikten der Region geprägt werde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.06.2001

Der durch den deutschen Titel vermittelte Eindruck, "als ginge es in diesem Band um den blutigen Krieg von Israelis und Palästinensern um ein Land, das beide Völker mit Verweis auf 'göttliches' Recht für sich beanspruchen", führt in die Irre, warnt Rezensent Andreas Bock. Er erkennt die Intention des Buches vielmehr in der Darstellung politischer Relevanz von archäologischen Grabungsfunden. "Mit der Bibel in der Hand" und mit "fast kindlicher Naivität", erklärt uns Bock, besuche die Autorin die entscheidenden Ausgrabungsstätten und führe dem Leser die verschiedenen wissenschaftlichen Glaubensrichtungen vor. Das Ganze in einem "Gemisch aus Erlebniserzählung, Reportage und wissenschaftlichem Bericht". Dass sie sich dabei nicht um aktuelle Probleme schert, ist für den Rezensenten nur durch die Tatsache entschuldbar, dass das Konzept des Buches eben ein anderes ist. Eines, dass es darauf anlegt "in der Analyse der jüngsten Ausgrabungen" Lösungsvorschläge "auf biblischer Basis" für den Konflikt beizusteuern.
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