Aus dem Amerikanischen von Pociao. Mütter sind anstrengend und bleiben es ein Leben lang. Schon als Kind spürt Vivian Gornick bei ihrer Mutter eine blinde Wut über deren Schicksal als Hausfrau. Begleitet von der trotzigen Behauptung, die wichtigste Rolle einer Frau sei die der Ehefrau und Mutter. Darüber, dass die Tochter Unabhängigkeit und Schriftstellerei wählt, können die beiden Frauen endlos streiten, zugleich sind sie unzertrennlich. In diesem biografischen Roman, der noch nie auf Deutsch erschienen ist und gerade in mehreren Ländern neu entdeckt wird, zerlegen Mutter und Tochter auf kilometerlangen Fußmärschen durch New York weibliche Lebensentwürfe und führen ein furioses und komödiantisches Defilee verschiedenster Charaktere, ihrer Liebhaber, Träume und Enttäuschungen auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2019
Anna Vollmer bekommt mit Vivian Gornicks Buch von 1987 ein Buch über Beziehungen, über New York, übers Schreiben, vor allem aber eins, das das Thema Feminismus zeitlos aktuell behandelt. Als Memoir bietet der Band Vollmer aber auch eine Mutter-Tochter-Geschichte, die es in sich hat - Konflikte und Unerbittlichkeit, aber auch Liebe und Lebhaftigkeit. Für Vollmer keine Frage: Das Buch ist nur wenig gealtert - ein Klassiker des Feminismus.
Rezensentin Carola Ebeling macht Autorin Vivian Gornick ein seltenes Kompliment: "Denken, das ist für sie keine rationale Angelegenheit." Damit meint die Kritikerin, dass die Autorin auch ihre Emotionen und sinnlichen Wahrnehmungen in die Reflexion des Generationenkonflikts mit ihrer Mutter einfließen lässt. Ebeling zufolge führt das dazu, dass ihre feministische Auseinandersetzung mit der Vollzeithausfrau, die sie aufgezogen hat, auch heute noch äußerst lesenswert ist, obwohl sie bereits 1987 zu einem Klassiker der amerikanischen Frauenbewegung wurde. Die Beziehungsmuster, die Gornick aus dem Verhältnis zwischen ihren Eltern extrahiert, bestehen noch heute, erkennt sie.
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