Joseph Mitchell

Street Life

Erinnerungen aus der Stadt meines Lebens
Cover: Street Life
Diaphanes Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783035804225
Gebunden, 104 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sabine Schulz. Fest entschlossen, Schriftsteller zu werden, macht sich der 21-jährige Grünschnabel Joseph Mitchell Anfang 1929 auf nach New York. Es ist der Moment des Börsencrashs, es sind die Jahre der großen Depression, es ist die Hauptstadt der Welt mit ihrem wilden, unwiderstehlichen Gemisch an Menschen, Lebensweisen und Schicksalen, die sein Leben prägen. Sein erster Chef bei der Herald Tribune rät ihm: "Durchstreif die Stadt, lern jedes Viertel, jede Straße, jeden Winkel kennen, schau dir die Menschen an, ihre Schrullen, ihre Wünsche, ihr Leben." Ab 1938 fest in der Redaktion des Magazins The New Yorker, sind es seine empathischen, unverkennbar eleganten Reportagen über die von ihm leidenschaftlich geliebte Stadt, ihre Menschen und Communities, die ihn zum großen Vorbild für Generationen von Journalisten machen. Doch ab den frühen sechziger Jahren verstummt er. Tag für Tag, bis zu seinem Tod 1996, wird er den Fahrstuhl hoch in sein Büro nehmen, selten Besucher empfangen, abends wieder nach Hause zurückkehren. Kaum einmal hört man das Klappern seiner Schreibmaschine, nie mehr wird er eine neue Zeile publizieren. Die erst kürzlich freigegebenen und hier erstmals versammelten Erinnerungen bestätigen das Gerücht, dass Mitchell an seiner Biografie schrieb.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2021

Für den Rezensenten Xaver von Cranach sind die drei hier veröffentlichten autobiografischen Texten des legendären New Yorker Straßenreporters Joseph Mitchell ein Vermächtnis und das Resümee eines ganzen Reporterlebens. Dass der Autor in seinen letzten dreißig Lebensjahren in Depression versank und nichts mehr schrieb, macht die Texte für Kranach nur noch wertvoller. Wie hier einer aufs Verstummen zusteuert, berührt den Rezensenten, der anhand der Leerstellen der Texte über eine Schreibblockade (!), Mitchells Kindheit im Süden und ein Leben in der Vergangeheit Mitchells Klasse mindestens ebensogut ermessen kann wie an der lakonischen Sprache oder dem Detailreichtum der Stücke.

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