Schafft eine Frau nicht das volle Programm, steht sie unter Verdacht, erhebliche Defizite zu haben: ohne Kinder gilt sie als karrierebesessen; mit Kindern als Hausfrau als zurückgeblieben; mit Kindern und berufstätig ist sie eine Rabenmutter. Dieses Buch will in der Beschreibung des alltäglichen Wahnsinns das Tabu der perfekten Frau und Mutter brechen. Himmel und Hölle der Emanzipation aufzeigen. Denkanstöße geben. Zum Lachen bringen. Und eigene Lösungsperspektiven entwickeln und aufzeigen. Maya Onken, 37-jährig, verheiratet, zwei Kinder, berufstätig, Haus in der Vorstadt, schreibt ihrer Mutter von der Unmöglichkeit, Job und Muttersein unter einen Hut zu bringen. Julia Onken antwortet und versucht, die Tochter auf das aufmerksam zu machen, was diese nicht sehen will. Ein Streitgespräch, das die Augen öffnet, in welchen Überforderungen wir uns bewegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2006
Die Rezensentin Franziska Bossy findet durchaus interessante Anregungen in diesem Streitgespräch, dass sich mit dem problematischen Status Quo des Geschlechterverhältnisses beschäftigt. Maya Onken versteht sich als moderne Suffragette, die sich für ein neu definierendes Wahlrecht einsetzt: Ein Wahlrecht zwischen Lebensmodellen und damit einhergehend für die Möglichkeit, Familie und Karriere in Einklang zu bringen. Eine ihrer zentralen These ist dabei, referiert Bossy pflichtschuldig, dass es dafür auch einen emanzipierten Mann braucht und dass Frauen vermeiden sollten, den Geschlechterkampf "intrapsychisch" auszufechten. Einen leicht anderen, weniger pessimistischen, Aufblick auf weibliche Lebensrealitäten liefert dann die Perspektive ihrer Mutter, die zum Beispiel einfordert, dass beide Partner Karriere anders definieren müssen.
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