Vincenzo Consolo

Palermo. Der Schmerz

Roman
Cover: Palermo. Der Schmerz
Folio Verlag, Wien/Bozen 2008
ISBN 9783852564463
Gebunden, 144 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort von Maria E. Brunner. Das Bombenbattentat von 1992 auf den Mafiaankläger Paolo Borsellino markiert den Endpunkt der langsamen Rückkehr des sizilianischen Schriftstellers Gioacchino Martinez in sein hassgeliebtes heimatliches Palermo. Über den Umweg Paris verabschiedet sich der Alte von der Industriemetropole Mailand und siedelt in die Hochburg der politischen Zweideutigkeit und der Mafia zurück.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2009

Lena Bopp ist hart im Nehmen. Der im italienischen Original bereits 1998 erschienene letzte Band von Vincenzo Consolos Sizilien-Trilogie erzählt die Nachkriegsgeschichte Siziliens zwischen Schuld, Ohnmacht und Mafia als höchst deprimierendes Trauerspiel. Bopp jedoch entdeckt darin die feinsinnige Poesie, den Klang. Die vielen literarischen Verweise, die Consolo einbaut (Homer, Cervantes), entgehen ihr natürlich auch nicht. Und so kann sie das "kleine, sehr dichte" Buch auch als Verbeugung lesen vor der kulturellen Vielfalt des Mittelmeerraumes.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2008

Selbst in Italien gilt der 1933 in Sizilien geborene Vincenzo Consolo als "Geheimtipp", weiß Franz Haas. Tief beeindruckt zeigt sich der Rezensent von Consolos drittem Roman, der einen alternden, verbitterten Schriftsteller sowie das von Politik und Mafia zerstörte Palermo in den Mittelpunkt stellt. Der Autor verbinde höchst eindringlich das persönliche Schicksal des Schriftstellers, der Palermo wegen der andauernden Gewalt verlassen muss, dessen Ehefrau wahnsinnig wird und dessen Sohn, in terroristische Aktivitäten verwickelt, nach Paris flüchtet, mit 50 Jahren sizilianischer Zeitgeschichte. Dabei ist dieser in Sprüngen erzählte Lebenslauf in ein dichtes Referenznetz von offenen und versteckten Zitaten aus Literatur, Kunst und Musik gebettet, so Haas fasziniert. Insbesondere wie der Autor die hysterische und gewaltgeladene Atmosphäre der 70er Jahre einfange, sei in seiner "fulminanten Kürze" bemerkenswert, preist der Rezensent, den die "unerbittlich luzide Metaphorik" und die Poesie dieses Romans vollkommen in den Bann gezogen haben.