Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Rom: Der Kriminalbeamte Alessio Dantini wird bei einem Treffen mit Aldo Mastino, dem Chef einer Antiterroreinheit, vor den Augen seines Sohnes kaltblütig erschossen. Der mutmaßliche Täter: ein mit Drogen vollgepumpter Linksradikaler. Lupo, Freund des Opfers und hoher Beamter im italienischen Innenministerium, wittert eine Verschwörung zwischen Drogenhändlern, zwielichtigen Geschäftemachern und korrupten Polizisten. Die Spur führt ihn zum "Kommandanten", einem alten Bekannten, der sich auf die dunkle Seite der Macht geschlagen hat. Gemeinsam mit Mastinos Truppe, einer Gang gewalttätiger Polizisten, und seiner Begleiterin Alissa agiert er in der Grauzone des Staates. Marco Ferri, eigentlich ein Schützling Dantinis, dem der Sprung aus dem kriminellen Hooligan-Milieu zur Polizei gelingt, schließt sich Mastinos Leuten an - hier kann er die zügellose Wut, die immer wieder in ihm aufsteigt, ausleben. Doch er zweifelt an der Richtigkeit seines Handelns. Als die Gang das Selbstmordattentat eines islamistischen Fanatikers vortäuschen soll, offenbart sich Ferri den Leuten Lupos. Lupo durchschaut zwar den "Kommandanten", doch wird er sein schmutziges Spiel durchkreuzen können?
Im Perlentaucher:
Das ist also Reichtum
Cataldo und Rafele lassen ihren Helden allerdings nicht nur den Kampf gegen Geheimlogen, Drogenmafia und Rechtsradikalismus aufnehmen, Probleme bereiten auch die Fußball-Hooligans von Hellas Verona, Globalisierungsgegner, zweifelhafte Moscheevereine und die perfide Operation Rebuildung des amerikanischen Geheimdiensts NSA. Schneller wechseln die Schlagzeilen nur bei Spiegel Online. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.04.2012
Zufrieden äußert sich Andreas Förster über diesen Roman von Giancarlo de Cataldo und Mimmo Rafele. Er schätzt Cataldo, Richter am italienischen Berufungsgericht, als Autor von Thrillern über ein Italien, in denen Verbrecherbanden, Mafia und Terroristen die Regeln diktieren. Im jüngsten Roman Cataldos, den er zusammen mit dem Drehbuchautor Mimmo Rafele geschrieben hat, tummeln sich nach Angaben Försters jede Menge Kriegsverbrecher vom Balkan, islamistische Gotteskrieger, Killereinheiten der Polizei, Links- und Rechtsextremisten, Freimaurer, der Opus Dei und eine internationale Machtclique, die Konflikte zwischen den Religionen, Völkern, Arm und Reich schürt. Das findet er reichlich dick aufgetragen. Gefallen hat ihm das Buch trotzdem, weil es seine Geschichte atemlos, höchst temporeich und wütend erzählt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…