Frank Göhre
Sizilianische Nacht
Kriminalroman

CulturBooks, Hamburg 2025
ISBN 9783959882446
Kartoniert, 168 Seiten, 17,00 EUR
ISBN 9783959882446
Kartoniert, 168 Seiten, 17,00 EUR
Klappentext
"Sizilianische Nacht" bringt Licht in einen spektakulären realen Todesfall: den bis heute rätselhaften Tod des exzentrischen französischen Dandys, Autors und Erfinders Raymond Roussel in einem Hotel in Palermo, im Sommer 1933. Er ist Weltreisender und Erfinder des Wohnmobils, ein genialer Schachspieler und Erbe eines riesigen Vermögens. Im Juli 1933 reist er von Paris nach Palermo. Es wird seine letzte Reise sein. In Palermo wird das ausschweifende Fest der Heiligen Rosalia gefeiert, der Schutzheiligen der Stadt. Die italienische Luftwaffe überquert den Atlantik, und die Faschisten feuern ihre Munition in den nächtlichen Himmel.Es ist eine sizilianische Nacht. Es ist die Nacht, in der Roussel in seinem Hotelzimmer stirbt.Doch sein Tod bleibt rätselhaft: Ist er freiwillig aus dem Leben geschieden - oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Welche Rolle spielt seine Lebensgefährtin? Was ist mit seinem verschwundenen Chauffeur? Und welche Geschäfte haben ihn kurz zuvor mit der Mafia zusammengeführt?
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.04.2025
Ziemlich großartig findet Rezensent Thomas Wörtche, wie Frank Göhre die Geschichte um den ungeklärten Tod des Surrealisten Raymond Roussel in seinem neuen Krimi aufgegriffen hat: Sein Protagonist heißt nicht Roussel, sondern Durand, "eine Art verspäteter Décadent", der 1933 mit seinem Chauffeur Pierre und einer "Madame" nach Palermo kommt, um sich von der heiligen Rosalia helfen zu lassen. "Im typischen Göhre-Stil", also mit knapper, dabei genau richtig bemessener Sprache, wird erzählt, wie Durand während des Festes zu Ehren der Heiligen ums Leben kommt, wie auch sein Diener, berichtet Wörtche. Neben dem Mord spielt auch die Stadt Palermo mit ihrer Geschichte eine Rolle, ebenso die Kultur nicht nur der Surrealisten, sondern auch der Mafia, hält der von diesem spannungsreichen Noir beeindruckte Kritiker fest.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.04.2025
Rezensentin Sylvia Staude mag die Krimis von Frank Göhre, der nicht selten historische Figuren aus der Vergessenheit reißt und zu neuem Leben erweckt: In diesem Fall ist es der 1877 in Paris geborene Dandy Raymond Roussel, der 1933 im Grand Hotel et Des Palmes in Palermo, wo auch Richard Wagner verkehrte, unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Bei Göhre wird aus Raymond Jean-Paul Durand, ein wenig erfolgreicher Literat, der abhängig von Schmerzmitteln den ersten Wohnwagen entwickelte, der, homosexuell, von einer geheimnisvollen Madame umgarnt wird. Wie Göhre neben den vielen anderen Figuren vor allem jenen Jean-Paul/Raymond beschreibt, leidenschaftlich und zugleich verzweifelt, gefällt Staude gut. Vor allem aber lobt sie den so zurückgenommenen wie wirkungsvollen Stil des Autors.
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