Im Fürstentum Liechtenstein, das bis in die 1940er Jahre bäuerlich-kleingewerblich geprägt war und über zwei Textilfabriken und eine Zahnfabrik verfügte, entstanden Ende 1941 drei Industriebetriebe der Metallindustrie: die Press- und Stanzwerk AG, die Hilti Maschinenbau OHG und die Präzisions-Apparatebau AG. Die Autoren untersuchen die Entstehung der drei Betriebe. Sie zeigen den Zusammenhang mit dem deutschen Kriegsbedarf, mit den Interessen schweizerischer Industrieller und mit der wirtschaftlich schwierigen und politisch heiklen Situation des Landes. Aufgrund von Archivmaterial legen sie dar, was im Einzelnen auf den "verlängerten Werkbänken" bis 1945 produziert und großenteils über die Schweiz nach Deutschland geliefert wurde. Teils waren es Komponenten für Rüstung, teils andere kriegswichtige Güter. Arbeitsbeschaffung, Abwehr des Nationalsozialismus sowie Appeasement gegenüber Deutschland wirkten in scheinbarem Paradox ineinander.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2006
Aufschlussreich findet Günther Meier diese Studie über "Liechtensteinische Industriebetriebe und die Frage nach der Produktion für den deutschen Kriegsbedarf 1939-1945", die Veronika Marxer und Christian Ruch verfasst haben. Während es für die Verschiebung von Raub- oder Täter-Vermögen in Liechtenstein keine Belege gibt, stellt sich die Lage im Blick auf die Verbindungen der Liechtensteinischen Industrie zum Deutschen Reich etwas anders dar. "Detailliert" zeigen die Autoren nach Ansicht Meiers diese Verbindungen auf: so entstanden während des Kriegs drei metallverarbeitende Fabriken, die von der Regierung gefördert wurden und als Zulieferfirmen teils Kriegsmaterial, teils kriegswichtige Güter für Nazi-Deutschland herstellten. Insgesamt werteten Marxer und Ruch das Vorgehen der Regierung allerdings nur als "einem von volkswirtschaftlichen Überlegungen geprägten Pragmatismus verpflichtet".
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