Herausgegeben von Bernd Roeck, Martina Stercken, François Walter, Marco Jorio und Thomas Manetsch. Die reiche Überlieferung an Stadtbildern der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein zeugt von einer intensiven künstlerischen Beschäftigung mit Gestalt und Wahrnehmung des urbanen Lebensumfelds. Im vorliegenden Band wird dieses Erbe einer visuellen Kultur erstmals in vergleichender Perspektive systematisch erschlossen. Ausgewiesene Fachleute schildern in rund 70 Artikeln mit über 450 großenteils bisher unpublizierten Illustrationen die Entstehungsgeschichte dieser Bilder. Deren Aussagewert hinsichtlich der realen historischen Architekturen steht gleichermaßen im Fokus der Untersuchung wie die Deutung der Stadt durch die Augen und Hände des Künstlers. Die lange Reihe an Darstellungen aus sechs Jahrhunderten, vom frühen Holzschnitt bis zur Fotografie, umschließt Kunstwerke von europäischem Rang. Auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Methoden vertiefen acht Essays einzelne Fragen, beispielsweise jene, warum die Stadt überhaupt als Sujet der Kunst entdeckt wird, und zeigen größere Zusammenhänge über die Landes- und Epochengrenzen hinweg auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2015
Eine höchst opulenten Band annonciert Rezensent Thomas Maissen hier. Fast 500 Abbildungen Schweizer Stadtveduten - einige sogar ausklappbar! - ab dem 15. Jahrhundert. 68 Städte werden so dargestellt und begleitet von einer Reihe von Essays, die selbst ein Buch abgäben, so Maissen. Es geht darin unter anderem um das Stadtbild im globalen Kontext, das Schriftbild der Legenden, die Materialität der Darstellungen oder die Auftraggeber der Bilder. Liest man Maissens Aufzählungen, bekommt man den Eindruck, dass sich danach nichts mehr zum Schweizer Stadtbild hinzufügen lässt.
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